Ärzteschaft

Montgomery bekräftigt Nein der Ärzte zu Sterbehilfe

Mittwoch, 4. Juni 2008

Frank Ulrich Montgomery /ddp

Berlin – Das klare Nein der deutschen Ärzteschaft zu aktiver Sterbehilfe und Beihilfe zur Selbsttötung nach dem Schweizer Vorbild hat der Vizepräsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, bekräftigt. Auch die politische Zustimmung zum Schweizer Modell sinke in der Bundesrepublik, sagte er am Mittwoch in Berlin.

Montgomery forderte einen Ausbau der Palliativmedizin, die sterbenskranken Menschen medizinische, psychologische und geistliche Hilfe in der letzten Lebensphase bietet. Die Medizin habe zu lange und zu viel auf Technik und Apparate gesetzt. Sie sei aber dabei, ihre Ausrichtung zu korrigieren, sagte der Mediziner. Wer sich anschaue, wie wenig sich die Schweizer Sterbehilfeorganisation Dignitas um Betroffene kümmere, müsse zu dem Schluss kommen, dass die Schweizer Lösung alles andere als vernünftig oder human sei. 

Dagegen verteidigte der frühere Hamburger Justizsenator Roger Kusch den von ihm beworbenen Apparat zur Unterstützung von Selbsttötungen. Es gebe in Deutschland eine Zwei-Klassen-Gesellschaft: Menschen, die in ihrem Bekanntenkreis verständnisvolle Ärzte hätten, könnten auf medizinischen Beistand beim Sterben hoffen.

Kusch plädierte für eine Zulassung der aktiven Sterbehilfe nach niederländischem und belgischem Modell. Allerdings sei das in Deutschland derzeit nicht durchsetzbar. Man müsse deshalb „Schritt für Schritt“ vorgehen und zunächst nach dem Muster der Schweiz die Beihilfe zur Selbsttötung straffrei stellen. 

Der Jurist betonte, er habe sich nach der Vorstellung seiner Injektionsmaschine im März vor Anfragen kaum retten können. Es handele sich dabei meist um Menschen, die noch gar nicht unter unerträglichen Schmerzen litten, sondern um Personen, die Angst vor Einsamkeit, Kontrollverlust oder der Bedrohung ihrer Selbstständigkeit hätten. © kna/aerzteblatt.

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