Medizin

Krebserkrankungen nach Therapie mit TNF-Blockern bei Kindern und Jugendlichen

Donnerstag, 5. Juni 2008

Washington – Die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA prüft derzeit 30 Fälle von Lymphomen und anderen Krebserkrankungen, die bei Kindern und Jugendlichen nach dem Einsatz der Medikamente Remicade®, Enbrel®, Humira® und Cimzia® (in Deutschland als Pegol® vor der Zulassung) aufgetreten sind. 

Alle vier Medikamente enthalten Wirkstoffe gegen den Tumornekrosefaktor (TNF) alpha, einem wichtigen Zytokin der Immunabwehr. Sie werden bei Kindern und Jugendlichen zur Behandlung der juvenilen idiopathischen Arthritis (JIA), dem Morbus Crohn und anderen Erkrankungen eingesetzt, in deren Pathogenese eine Überreaktion der Immunabwehr eine Rolle spielt.

Die Blockade von TNF alpha führt häufig zu einer starken Verbesserung des Krankheitsbildes. Sie kann aber auch die körpereigene Immunabwehr gegen Krebserkrankungen beeinträchtigen. Bei Erwachsenen sind Krebserkrankungen als seltene Komplikation der Behandlungmit TNF-Blockern bekannt. Die Fachinformationen weisen darauf hin.

In den letzen Jahren sind jedoch vereinzelt auch Krebserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen aufgetreten. Der FDA wurden von den Herstellern und über das Meldesystem MedWatch 30 Fälle zugetragen. Bei der Hälfte handelte es sich um Non-Hodgkin-Lymphome und Morbus Hodgin-Erkrankungen.

Da Lymphome keine bekannte Komplikation von JIV oder Morbus Crohn sind, hält die FDA eine Auslösung durch die Medikamente für vorstellbar. Sie will dies in den nächsten Wochen prüfen. Erst danach wird es möglicherweise einen Warnhinweis geben. Bei den anderen Krebserkrankungen handelt es sich um Leukämien, Melanome sowie andere solide Tumore. 

Ob die 30 Krebserkrankungen, die über einen Zeitraum von zehn Jahren gemeldet wurden, extrem seltene Ereignisse sind oder bisher vielfach nur nicht mit dem Einsatz der Medikamente in Verbindung gebracht wurden, müssen weitere Langzeitstudien sein, welche die FDA den Herstellern vermutlich auferlegen wird.

Dass es zu einer Einschränkung der Indikation kommt, ist eher unwahrscheinlich. Derzeit geht die FDA, wie es in der Early Communication heißt, davon aus, dass die Vorteile der Medikamente den Risiken überwiegen. © rme/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Medizin

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige