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“Kylie-Effekt”: Mammografie-Boom ohne Folgen

Freitag, 6. Juni 2008

Melbourne – Die Publizität um die Brustkrebserkrankung des Popstars Kylie Minogue hat einer Studie im Journal of Epidemiology (2008; doi:10.1093/ije/dyn090) zufolge die Zahl der Mammografien und Ultraschalluntersuchungen bei jüngeren Frauen ansteigen lassen, ohne dass dadurch mehr Brustkrebserkrankungen entdeckt wurden.

Im Mai 2005 brach die damals 37-jährige Popsängerin Kylie Minogue ihre Welttournee ab, weil bei einer Vorsorgeuntersuchung ein Brustkrebs entdeckt worden war. Die Public-Relation-Abteilung gab die Erkrankung sogleich bekannt und wurde dafür zunächst auch von der Ärzteschaft gelobt, die sich eine vermehrte Aufmerksamkeit zu der Erkrankung erhoffte. Diese ist dann auch eingetreten – allerdings in der falschen Altersgruppe.

Wie Margaret Kelaher von der Melbourne School of Population Health berichtet, nahm in Australien die Zahl der Vorsorgeuntersuchungen in der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen um 33 Prozent zu. Die Zahl der Biopsien stieg um 46 Prozent. In der Altersgruppe der 35- bis 44-Jährigen wurden 25 Prozent mehr Vorsorgeuntersuchungen und 37 Prozent mehr Biopsien durchgeführt.

Die Zahl der entdeckten Brustkrebserkrankungen blieb jedoch gleich. Der Kylie-Effekt hatte also nur einen Anstieg der falschpositiven Befunde zur Folge. Für Kelaher ist dies ein klarer Indikator dafür, dass die derzeitigen Leitlinien, die eine Früherkennung vor dem 40. Lebensjahr nur bei Frauen mit deutlich erhöhtem familiären Risiko empfehlen, ausreichen.

Sie rät den PR-Teams der Stars sich mit den öffentlichen Gesundheitsämtern in Verbindung zu setzen, bevor sie eine “Awareness”-Kampagne starten. © rme/aerzteblatt.de

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