Politik

Politiker und Ärzte werben für Organspenderausweis

Freitag, 6. Juni 2008

Berlin – Zum Tag der Organspende an diesem Samstag haben Politiker und Ärzte dazu aufgerufen, sich zur Organspende bereit zu erklären und einen entsprechenden Ausweis zu beantragen. „Die Bereitschaft zur Organspende ist Solidarität mit den Mitmenschen über den Tod hinaus. Wer sich zur Organspende bereit erklärt, kann damit anderen ein Überleben ermöglichen“, sagte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt.

Jeder könne plötzlich durch eine schwere Erkrankung oder einen Unfall auf ein fremdes Organ angewiesen sein. Dann sei das eigene Leben von der Hilfsbereitschaft anderer Menschen abhängig. Wer Hilfe in einer solchen Situation erwarte, solle auch bereit sein, selber zu helfen. Umfragen zeigten, dass die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger zur Organspende hoch ist. Schmidt: „Wichtig ist, diese in einem Organspendeausweis zu dokumentieren. Ich habe mich daher schon vor vielen Jahren für einen Organspendeausweis entschieden.“

Im Jahr 2007 haben 1.313 Menschen nach ihrem Tod anderen Menschen mit einer Organspende geholfen, das sind 4,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor (2006: 1.259). Die Zahl der postmortal gespendeten Organe ist 2007 auf 4.139 gestiegen (2006: 3.925). Dennoch warten derzeit mehr als 12.000 Menschen in Deutschland auf eine neue Niere, ein neues Herz, eine neue Leber oder ein anderes lebensrettendes Organ.

Besonders wichtig ist laut Schmidt, dass alle Länder die organisatorischen Voraussetzungen in den Krankenhäusern verbessern. Transplantationsbeauftragte nach dem erfolgreichen Beispiel des Landes Mecklenburg-Vorpommern trügen dazu bei, die Spendebereitschaft zu erhöhen.

„So wie jeder von uns froh wäre, bei einer lebensbedrohlichen Erkrankung durch eine Organspende weiterleben zu können, so sollte jeder mit einem Organspendeausweis dazu beitragen, das Leben anderer Menschen zu retten“ sagte auch Bundesärztekammer-Präsident Jörg-Dietrich Hoppe.

Statistiken belegten, dass die Bereitschaft zur Organspende grundsätzlich groß sei. Trotzdem führten nur zwölf Prozent der Bevölkerung einen Organspende-Ausweis mit sich. „Organspende ist freiwillig und darf nicht erzwungen werden. Deshalb ist es umso wichtiger, häufiger und ausführlicher über die Organspende zu informieren“, betonte der Ärztepräsident.

Zum Nachdenken über eine Organspende bewegen möchte die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) mit einer groß angelegten Kampagne. Mit Plakaten in 17 Großenstädten soll die Aktion Aufmerksamkeit für das Thema Organspende wecken. Politik, Gesundheitswesen und Wirtschaft müssten die Verringerung der Transplantations-Wartelisten als gemeinsame Aufgabe angehen, forderte DSO-Vorstandschef Thomas Beck. Für die Betroffenen sei dies überlebenswichtig. Parallel zur Plakatkampagne ging das Internetportal www.fuers-leben.de online,das über Organspende und Transplantation informiert. © hil/aerzteblatt.de

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