Parkinson: Wirkmechanismus der Hirnschrittmacher-Therapie geklärt
Donnerstag, 12. Juni 2008
London/Berlin – Wie es zu den positiven Effekten der tiefen Hirnstimulation bei Morbus-Parkinson-Patienten kommt, hat eine Studie der Charité – Universitätsmedizin Berlin und des Institute of Neurology London geklärt. Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Ergebnisse im Journal of Neuroscience (2008, 28: 6165-6173).
Zur Therapie mit tiefer Hirnstimulation werden Elektroden über ein kleines Loch in der Schädeldecke in den tiefen Hirnbereich eingeführt und mit einem externen Gerät durchgehend stimuliert. Das Verfahren setzen Ärzte seit Beginn der 90er-Jahre ein. Die Therapie verbessert unter anderem die krankheitsbedingte Bewegungsarmut.
Wie der Wirkungsmechanismus genau funktioniert, konnten Wissenschaftler um Andrea Kühn von der Klinik für Neurologie am Campus Virchow-Klinikum der Charité nun erklären: Die elektrischen Impulse schwächen stellvertretend für den krankheitsbedingt mangelnden Botenstoff Dopamin die rhythmische Aktivität einer Gruppe von Nervenzellen im sogenannten subthalamischen Kern, einer Ansammlung von Nervenzellen in tiefer gelegenen Hirnstrukturen.
Bei Parkinson-Patienten synchronisieren Nervenzellen ihre Aktivität, was zum Symptom der Verlangsamung, der Akinese, führt. Die aktuelle Studie belegt, dass der Hirnschrittmacher genau diesen Prozess einschränkt.
Für die Studie stimulierten die Wissenschaftler elf Patienten, die sich für einen Hirnschrittmacher entschieden hatten, jeweils drei Minuten lang mit hochfrequenten elektrischen Impulsen. Unmittelbar im Anschluss bestimmten sie die rhythmische Aktivität der Nervenzellen an der behandelten Stelle, dem subthalamischen Kern.
Die Nerven waren deutlich weniger synchronisiert als ohne die Behandlung. Mit zunehmendem Zeitabstand nahm die Gleichschaltung wieder zu. Dementsprechend verschlechterte sich auch die Beweglichkeit wieder. © hil/aerzteblatt.de
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