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Studien: Keine Hinweise auf Gesundheitsrisiko durch Handy-Strahlung

Dienstag, 17. Juni 2008

Berlin – Das Telefonieren mit dem Handy birgt laut Studien des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) kein erhöhtes Krebsrisiko oder andere erkennbare Gesundheitsgefahren. Die geltenden Grenzwerte reichten aus, um die Bevölkerung ausreichend vor den Risiken der Mobilfunkstrahlung zu schützen, erklärte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) am Dienstag in Berlin zum Abschluss des sechsjährigen Deutschen Mobilfunkforschungsprogramms. Allerdings sollten mögliche Langzeitfolgen sowie die Risiken für Kinder gezielt weiter erforscht werden. Hier bestehe noch „Klärungsbedarf“. 

Das BfS erklärte, bei einer Nutzungsdauer von bis zu zehn Jahren hätten Mobiltelefonierer kein erhöhtes Risiko von Hirn- oder Augentumoren. Auch schnurlose Festnetztelefone oder im Schlafzimmer in Bettnähe platzierte Basisstationen steigerten das Hirntumorrisiko nicht.

Mögliche längerfristige Folgen, vor allem für Kinder, seien aber noch ungeklärt und machten „weiterhin einen vorsichtigen Umgang mit drahtlosen Kommunikationstechniken“ sowie zusätzliche Untersuchungen erforderlich. Weitere Forschung empfehle sich auch bezüglich vereinzelter Hinweise auf genetische Veränderungen in Zellen. Diese stellten allerdings die Gesamtbeurteilung nicht infrage.

Jeder könne die eigene Strahlenbelastung durch den Umgang mit dem Handy vorsorglich selbst verringern, erläuterte ein BfS-Sprecher in Salzgitter. So sollten Nutzer möglichst nicht bei schlechtem Empfang telefonieren, da bei schwachem Signal die Strahlung zunehme. Schon beim Kauf des Geräts lasse sich auf die so genannte spezifische Absorptionsrate (SAR) achten - als besonders strahlungsarm gelte ein SAR-Wert von 0,6 Watt/kg oder niedriger. Um die Handy-Antenne als Strahlungsquelle möglichst vom Kopf entfernt zu halten, sei das Nutzen von Kopfhörern beim Telefonieren oder auch das Schreiben von Kurznachrichten zu empfehlen.  

Gabriel betonte, in Teilen der Bevölkerung bestehende Befürchtungen zu Gesundheitsgefahren des Mobilfunks habe das breit angelegte Forschungsprogramm nicht bestätigt. So habe sich auch kein ursächlicher Zusammenhang zwischen elektromagnetischen Feldern unterhalb der geltenden Grenzwerte und Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Schlafstörungen nachweisen lassen.  

Der BUND bewertete die Forschungsergebnisse „sehr zwiespältig“. Es sei höchste Zeit, dass „die Risiken und Nebenwirkungen des Mobilfunks endlich konsequent untersucht“ würden. Andererseits würden Hinweise auf solche Nebenwirkungen nicht ernst genommen. Der Umweltverband forderte „eine qualifizierte und offene Auseinandersetzung“ über die Höhe der zulässigen Strahlenbelastung sowie ein Verbot der Handynutzung für Kinder, solange kindgerechte Schutzstandards fehlten.

Die Grünen-Bundestagsfraktion erklärte, die Bedenken in der Bevölkerung gegenüber dem Mobilfunk ließen sich auch „mit immer neuen Studien“ nicht zerstreuen. Der „Hochmut mancher Mobilfunk-Förderer“ gegenüber den Ängsten vor Gesundheitsrisiken sei „nicht angebracht“, erklärte die umweltpolitische Sprecherin Sylvia Kotting-Uhl.

Das vom BfS fachlich betreute Deutsche Mobilfunkforschungsprogramm mit 54 Studien wurde vom Umweltministerium und den Betreibern der Mobilfunknetze mit jeweils 8,5 Millionen Euro finanziert. Um die Wirkung elektromagnetischer Felder weiter untersuchen zu lassen, werde das Ministerium in Zukunft jährlich 500.000 Euro jährlich zur Verfügung stellen, kündigte Gabriel am Dienstag an. Die Unternehmen E-Plus, Telefónica O2, T-Mobile und Vodafone stellten gemeinsam insgesamt eine weitere Million in Aussicht. © afp/aerzteblatt.de 

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