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Karl Marx: Quälende Eiterbeulen wahrscheinlich Folge des Rauchens

Donnerstag, 19. Juni 2008

Marburg – Sein schmerzhaftes Hautleiden, nämlich eitrige Beulen und Fisteln in den Achseln, Leisten und der Analregion, triggerte Karl Marx wahrscheinlich durch exzessives Rauchen.

„Die Hautstörung des wohlbekannten Gründungsvaters der kommunistischen Doktrin kann als lehrreiches Beispiel für eine ernsthafte Folge des Rauchens dienen“, schreiben Rudolf Happle und Arne König von der Klinik für Dermatologie und Allergologie der Universitätsklinik Marburg im British Journal of Dermatology (2008: 159: 255-256).

Marx litt jahrelang an den Eiterbeulen und chronischen Fisteln. 2007 hat der britische Dermatologe Sam Shuster die Krankheit identifiziert: Er konnte laut Happle und Kölnig schlüssig nachweisen, dass es sich dabei um Hidradenitis suppurativa handelte, eine schwere, chronische Hautstörung. Eine genaue Ursache des Leidens konnten die Lehrbücher bislang nicht angeben.

In ihrem Zeitschriftenbeitrag berichten Happle und König jetzt, dass sie einen wesentlichen Grund für Marx' rätselhafte Krankheit ausgemacht haben: In einer von ihnen untersuchten Patientengruppe waren Raucher mit 89 Prozent weit überrepräsentiert. Die Kontrollgruppe enthielt 46 Prozent Raucher.

Aus diesem Resultat sowie aus einer früheren Studie mit ähnlichem Ergebnis schließen die Marburger Hautärzte, dass Rauchen eine wesentliche Ursache für Hidradenitis suppurativa darstellt. „Als weiterer Faktor muss aber eine erbliche Veranlagung hinzukommen“, betonen die Autoren.

Marx fiel seit seiner Studentenzeit als extrem süchtiger Zigarrenraucher auf. Happle und König zufolge kann der Namenspatron des Marxismus somit in Zukunft als prominentes Beispiel für den Kausalzusammenhang zwischen Rauchen und Hidradenitis suppurativa dienen.

Manchen Experten reichten die bereits vorliegenden Befunde hierfür zwar noch nicht aus; aber „die Datenlage ist schon jetzt recht solide. Aus ärztlicher Sicht ist es nicht mehr vertretbar, den Zusammenhang zu ignorieren“, sagte Happle. © hil/aerzteblatt.de

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