Ausland

Britische Stadtverwaltung verteilt Karten zur Behandlungsverweigerung

Donnerstag, 19. Juni 2008

Manchester – In Großbritannien wird in diesem Sommer abermals kontrovers über das Thema „Sterbehilfe“ diskutiert. Anlass für die Ethik-Debatte: Eine Stadtverwaltung im Großraum Manchester gibt seit kurzem Tausende Patientenkarten aus, auf denen der Patient erklärt, er weigere sich, „im Fall einer sehr ernsten Krankheit künstlich am Leben gehalten“ zu werden. Einige Ärzte sprechen von „Sterbehilfe durch die Hintertür“. 

Die Verwaltung des zu Manchester gehörenden Bezirks Salford beabsichtigt nach eigenen Angaben, in den kommenden Wochen und Monaten „mindestens 10.000“ der umstrittenen Patientenkarten auszugeben. Die Karte heißen „Advance Decision to Refuse Treatment“ (Entscheidung der Behandlungsverweigerung).

Der Patient erklärt darauf, dass er „im Fall einer ernsthaften Erkrankung nicht künstlich am Leben gehalten“ werden möchte. Die Karten sollen zum Beispiel in öffentlichen Bibliotheken und Arztpraxen im Großraum Manchester ausliegen. Zahlreiche Ärzte kritisierten die Aktion.

„Derartig wichtige Entscheidung, die letztlich über Leben und Tod entscheiden, sollten nicht allein auf Papier festgehalten werden. Sie sollten stets in mehrfacher Art und Weise dokumentiert sein. Zum Beispiel indem der Patient rechtzeitig einen persönlichen Fürsprecher benennt, der im Ernstfall mitentscheiden kann“, so Andrew Fergusson von der Organisation Christian Medical Fellowship.  © KT/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

4.198 News Ausland

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige