9.226 News Medizin

Medizin

Adipositas: Beugen bariatrische Operationen Krebs vor?

Freitag, 20. Juni 2008

Montreal – Adipositas-Operationen wie Magenverkleinerung oder Darmverkürzung senken bei morbider Adipositas das Krebsrisiko. Zu diesem Ergebnis kommt eine Fall-Kontroll-Studie, die auf der Jahrestagung der American Society for Metabolic & Bariatric Surgery in San Francisco vorgestellt wurde.

Im letzten Jahr hatte der World Cancer Research Fund (WCRF) eine Assoziation zwischen Body-Mass-Index (BMI) und einer Reihe von Krebserkrankungen festgestellt. Eine Meta-Analyse im Lancet (2008; 371: 569-578) hat dies jüngst bestätigt. Fest steht auch, dass eine bariatrische Operation die effektivste Methode ist, innerhalb kurzer Zeit den BMI drastisch zu reduzieren, wie Nicolas Christou von der McGill Universität in Montreal betont.

Nach Angabe des Chirurgen  können Patienten ihr Körpergewicht durch eine Operation um bis zu 70 Prozent reduzieren – und nicht nur das. Nach den vorläufigen Ergebnissen der von Christou durchgeführten Fall-Kontroll-Studie sinkt auch innerhalb weniger Jahre das Krebsrisiko. Die Studie vergleicht 1.035 Patienten, die an der McGill Universität in Montreal zwischen 1986 und 2002 operiert wurden, mit 5.746 Kontrollen: Das waren Patienten mit dem gleichen BMI, die aber nicht operiert wurden.

Ergebnis: Das Brustkrebsrisiko sinkt um 85 Prozent und das Risiko von Darm- und Pankreaskrebs um 70 Prozent. Aber auch für andere Krebserkrankungen (Haut, Uterus, Non-Hodgkin-Lymphom) will der Chirurg eine krebspräventive Wirkung der Operation entdeckt haben. Er führt dies – durchaus in Übereinstimmung mit WCRF – auf den Wegfall der Hormonbildung im Fettgewebe zurück. So ist das Fettgewebe ein wichtiger Produzent von Östrogenen, die ein etablierter Risikofaktor für das Mammakarzinom sind.

Da sich die bariatrischen Chirurgen in Kanada – ebenso wie in Deutschland – derzeit sehr intensiv um die Anerkennung ihrer Operationen bemühen, die sie keinesfalls als kosmetischen Eingriff betrachten – mögen die von Christou genannten Zahlen etwas übertrieben sein. Es bleibt abzuwarten, ob die Zahlen für die spätere Publikation nicht doch noch etwas “abgespeckt” werden müssen. © rme/aerzteblatt.de 

Anzeige
Drucken Versenden Teilen
9.226 News Medizin

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Themen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste

Anzeige
Eingeloggt als

Suchen in