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Qualitätsinstitut warnt vor sorglosem Umgang mit „sanfter Medizin“

Mittwoch, 25. Juni 2008

Köln – Neueste Forschungsergebnisse zu sogenannten komplementären Medizinprodukten hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) analysiert und zusammen mit einem Leitfaden für Verbraucher veröffentlicht.

Laut IQWiG kann Johanniskraut leichte Depressionen mildern, hilft jedoch nicht bei einer ernsthaften depressiven Erkrankung. Es wirkt auch nicht gegen Symptome des prämenstruellen Syndroms (PMS). Vermutlich können aber Kalzium und Vitamin B6 (Pyridoxin) betroffenen Frauen Erleichterung verschaffen. Ob Nachtkerzenöl PMS-Beschwerden lindern kann, ist dagegen nicht belegt.

„Verbraucher sollten gegenüber Gesundheitsversprechen kritischer sein“, rät der Leiter des IQWiG, Peter Sawicki. Dies gelte für Nahrungsergänzungsmittel und Komplementärmedizin ebenso wie für verschreibungspflichtige Arzneimittel. Nur weil ein Medikament aus pflanzlichen Stoffen oder Vitaminen bestehe, sei es nicht in jedem Fall sicher. Außerdem wirkten nicht alle medizinischen Produkte so, wie es sich die Patienten erhofften. „Dies unterstreicht eine wachsende Zahl wissenschaftlicher Belege dafür, dass hohe Dosen einiger Vitamine und Antioxidantien Krebs auslösen oder die Lebenserwartung senken können“, so Sawicki. 

Interessierte finden weitere Informationen auf der Verbraucher-Internetseite des IQWiG. © hil/aerzteblatt.de

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