NICE: Krebsmedikament Avastin zu teuer
Freitag, 27. Juni 2008
London – Britische Ärzte werden auf den Einsatz des Krebsmedikamentes Bevacizumab (Avastin®) bei Brust- und Lungenkrebs verzichten müssen, sofern die Patienten die Kosten nicht selber tragen. Die Aufsichtsbehörde National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE) veröffentlichte jetzt einen entsprechenden Negativbescheid.
NICE erklärt in den beiden Dokumenten, dass die Prüfung der Kosten-Effektivität nicht möglich sei, da der Hersteller Roche die geforderten Daten nicht eingereicht habe. Dies war auch nicht zu erwarten, nachdem NICE in einer früheren Guidance den Einsatz des Medikamentes bereits beim metastasierten Kolorektalkarzinom abgelehnt hatte. Dort betragen die monatlichen Therapiekosten 1.800 Pfund (2.270 Euro), dem allerdings in den klinischen Studien nur ein Überlebensgewinn von wenigen Wochen gegenüberstand.
Beim Mammakarzinom und beim nicht kleinzelligen Bronchialkarzinom sind die monatlichen Behandlungskosten wegen der höheren Dosierung doppelt so hoch. Auch hier steht den Kosten von 3.600 Pfund (4.540 Euro) nur ein geringer Überlebensgewinn gegenüber. Er betrug für das nicht kleinzellige Bronchialkarzinom in einer wesentlichen Studie (NEJM 2006; 2542-2550) zwei Monate.
In der Studie zum Mammakarzinom (NEJM 2007; 357; 266-2676) verfehlte die lebenszeitverlängernde Wirkung sogar das Signifikanzniveau, während das progressionsfreie Überleben von 5,9 auf 11,8 Monate verdoppelt wurde. © rme/aerzteblatt.de
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