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Zeitung: Viele Länder zögern mit Pflegestützpunkten

Montag, 30. Juni 2008

Braunschweig – Zum Start der Pflegereform am 1. Juli bleibt eine flächendeckende Einrichtung von wohnortnahen Pflegestützpunkten in Deutschland ungewiss. Nach einem Bericht der „Braunschweiger Zeitung“ vom Samstag gibt es erst in sechs der 16 Bundesländer konkrete Planungen für die Einrichtung dieser Beratungsstellen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen. Dabei handle es sich um Berlin, Brandenburg, Bremen, das Saarland, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz.

Die Mehrzahl der Länder zeige sich zwar aufgeschlossen, wolle aber zumeist bis Jahresende erst bestehende Angebote erfassen und Konzepte prüfen, schrieb das Blatt. Thüringen habe dagegen bereits entschieden, vorerst keine Pflegestützpunkte einzurichten.

Die niedersächsische Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU) sagte der Zeitung, erst nach einer laufenden Erhebung sei eine Entscheidung möglich, ob ein Bedarf an Pflegestützpunkten bestehe. „Wir wollen keine neue kostenträchtige Bürokratie und nicht Finanzmittel der Pflegeversicherung einsetzen, die dann für die Pflege fehlen“, sagte die Ministerin.

Bayerns Sozialministerin Christa Stewens (CSU) sagte der Zeitung, es gebe Gespräche. „Ich möchte den Startschuss für Pflegestützpunkte erst geben, wenn ich sicher bin, dass die Beteiligten effektive Strukturen schaffen, damit sie tatsächlich einen Mehrwert für die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen bringen“. Doppelstrukturen oder die Zerschlagung vorhandener Beratungsstrukturen müssten vermieden werden.

Die Pflegestützpunkte sollen dem Blatt zufolge Angehörige und Pflegebedürftige beraten, die Pflege organisieren und auch Anträge bearbeiten. Nach einem Koalitionskompromiss sollen die Länder entscheiden, ob sie solche Stützpunkte einrichten. © ddp/aerzteblatt.de

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