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Kusch hat Sterbehilfe geleistet

Montag, 30. Juni 2008

Hamburg – Der frühere Hamburger Justizsenator Roger Kusch hat einer sterbewilligen Frau geholfen, sich zu töten. Der Jurist habe in Süddeutschland der sterbewilligen Frau bei ihrem Vorhaben geholfen, sagte Kuschs Sprecher, Guy Seidel, am Sonntag. Dabei sei die von dem Juristen entwickelte „Selbsttötungsmaschine“ allerdings nicht zum Einsatz gekommen.

Heute will Kusch auf einer Pressekonferenz in Hamburg Filmausschnitte des Vorgangs zeigen. Nach Seidels Worten ist es das erste Mal, dass in Deutschland offiziell Sterbehilfe auf diese Weise geleistet wurde. Der Sprecher der Justizbehörde, Thorsten Fürter, erklärte, er gehe davon aus, dass die zuständige Staatsanwaltschaft prüfen werde, ob es einen strafbaren Hintergrund gebe. 

Kusch plädiert seit langem für eine Zulassung der aktiven Sterbehilfe nach niederländischem und belgischem Modell in Deutschland und hat dazu 2006 einen Gesetzentwurf vorgelegt. Allerdings sei dies derzeit nicht durchsetzbar, sagte er kürzlich. Man müsse deshalb „Schritt für Schritt“ vorgehen und zunächst nach dem Muster der Schweiz die Beihilfe zur Selbsttötung straffrei stellen.

Der Jurist im September 2007 einen Injektionsautomaten zur Selbsttötung vorgestellt und im März der Öffentlichkeit eine Weiterentwicklung präsentiert. Sterbewillige können das tragbare Gerät per Knopfdruck betätigen. Kürzlich teilte er mit, er könne sich vor Anfragen kaum retten. Es handele sich dabei meist um Menschen, die noch gar nicht unter unerträglichen Schmerzen litten, sondern um Personen, die Angst vor Einsamkeit, Kontrollverlust oder der Bedrohung ihrer Selbstständigkeit hätten.
In Deutschland werden Selbsttötungen und Beihilfe dazu nicht strafrechtlich verfolgt. Allerdings können Helfer anschließend wegen unterlassener Hilfeleistung belangt werden. In der Schweiz ist die organisierte Beihilfe zur Selbsttötung unter bestimmten Voraussetzungen legal. Die Sterbehilfeorganisation Dignitas versucht, dieses Modell auch in Deutschland durchzusetzen. © kna/aerzteblatt.de

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