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Osteoporose – Ultraschall der Ferse als Prädiktor

Montag, 30. Juni 2008

Lausanne – Das Frakturrisiko bei Osteoporosepatientinnen lässt sich per Ultraschalluntersuchung vorhersagen. Eine darauf basierende Berechnung liefern Wissenschaftler der Universität Lausanne. Sie publizierten ihre Ergebnisse im Fachjournal „Radiology“ (2008; 248:179-184).

Nach Angaben der National Osteoporosis Foundation leiden in den USA derzeit zehn Millionen Menschen an Osteoporose, schätzungsweise weisen weitere 34 Millionen eine geringe Knochenmasse auf. Etwa 80 Prozent der Betroffenen sind Frauen.

„Osteoporose ist ein großes Gesundheitsproblem, dass mit der weltweiten Bevölkerungsalterung wächst“, betont Erstautorin Idris Guessous vom Universitätsspital Lausanne. Die Inzidenz der Osteoporose werde enorme ökonomische Ressourcen binden, sodass es wichtig sei, Strategien zu entwickeln, um Betroffene rechtzeitig zu identifizieren.

In einer Multicenterstudie untersuchten die Forscher innerhalb von drei Jahren 6.174 Frauen im Alter von 70 bis 85 Jahren. Keine der Teilnehmerinnen hatte in ihrer Krankengeschichte eine Osteoporosediagnose. Die Probandinnen unterzogen sich quantitativen Ultraschalluntersuchungen des Fersenbeins, um die Knochendichte zu messen.

Die Forscher ergänzten die Messungen um Risikofaktoren wie Alter, Frakturgeschichte oder Stürze in der Vergangenheit. Anhand dieser Daten erstellten sie Regeln zur Vorhersage des Frakturrisikos und bescheinigten 1.464 der Teilnehmerinnen ein geringes Risiko, während sie für 4.710 Frauen ein hohes Frakturrisiko errechneten.

In den nachfolgenden 32 Monaten beantworteten die Teilnehmerinnen halbjährlich Fragebögen zu ihrem medizinischen Zustand. Im Falle einer Fraktur forderten die Forscher die Probandinnen auf, genauere Angaben zur Lokalisation und dem Schweregrad zu machen, sowie einen Bericht vom behandelnden Arzt zurückzusenden.

Von den Frauen in der Hochrisikogruppe erlitten 290 (6,1 Prozent) eine Fraktur, aus der anderen Gruppe 27 (1,8 Prozent). Von den 66 Frauen, die eine Hüftfraktur meldeten, stammten 60 (90 Prozent) aus der Hochrisikogruppe.

Die Ergebnisse der Studie zeigen nach Ansicht der Forscher, dass Patienten mit weiterem Diagnosebedarf identifiziert werden können. „Eine einfache Vorhersageregel könnte ein sinnvolles klinisches Instrument sein, um das Osteoporose-Screening zu optimieren“, betont Guessous. © hil/aerzteblatt.de

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