Ausland

Vater von italienischer Koma-Patientin darf Tochter sterben lassen

Mittwoch, 9. Juli 2008

Rom – Der Vater einer jungen Italienerin, die seit 16 Jahren im Koma liegt, darf seine Tochter sterben lassen. Wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete, gestattete das Mailänder Berufungsgericht dem Vater der 34-jährigen Eluana Englaro am Mittwoch, die künstliche Ernährung seiner Tochter einzustellen. Sie war 1992 nach einem Autounfall ins Koma gefallen und nicht mehr erwacht. Die künstliche Ernährung könne eingestellt werden, weil der „anhaltende vegetative Zustand“ der Patientin unumkehrbar sei, urteilte das Gericht.

Außerdem sahen es die Richter als erwiesen an, dass Englaro lebenserhaltende Maßnahmen abgelehnt habe. Sie „würde lieber sterben als künstlich am Leben erhalten zu werden“, hieß es. Englaros Ärzte hatten bereits vor Jahren diagnostiziert, dass ihr Zustand unabänderlich ist. Ihr Vater hatte jahrelang vergeblich vor Gericht um die Erlaubnis gekämpft, die lebenserhaltenden Maßnahmen beenden zu dürfen. 

Der Fall weckte in Italien Erinnerungen an den Sterbehilfe-Vorkämpfer Piergiorgio Welby, der vor zwei Jahren eine heftige Debatte um die Sterbehilfe ausgelöst hatte. Welby, der seit seinem 18. Lebensjahr an einer unheilbaren Krankheit litt und fast zehn Jahre lang durch künstliche Beatmung am Leben gehalten wurde, hatte vor Gericht vergeblich um sein Recht auf Sterbehilfe gekämpft. Im Dezember 2006 verhalf ihm schließlich ein Arzt zum Tod und schaltete sein Beatmungsgerät ab. Im Italien sind sowohl aktive als auch passive Sterbehilfe verboten. © kna/aerzteblatt.de

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