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Ärzteschaft beharrt auf Neuregelung bei Spätabtreibungen

Mittwoch, 9. Juli 2008

Berlin – Die Bundesärztekammer (BÄK) beharrt auf einer grundsätzlichen Neuregelung der Spätabtreibung. Die von der SPD vorgeschlagene Beratungspflicht für Ärzte im Rahmen des geplanten Gendiagnostikgesetzes sei „völlig unzureichend und lässt die eigentlichen Erfordernisse außer Acht“, beklagte BÄK-Präsident Jörg-Dietrich Hoppe am Mittwoch in Berlin. 

Die SPD will einen Gesetzesvorstoß der Union nicht mittragen. Die Union tritt für ein breites Beratungsangebot und eine dreitägige Bedenkzeit zwischen der Diagnose und einer möglichen Abtreibung ein.

Hoppe erläuterte, dass das Gendiagnostikgesetz nur genetische Störungen betreffe. Es gebe aber während der Schwangerschaft auch andere schwerwiegende Belastungen, die eine medizinische Indikation begründen könnten.

Als Beispiele nannte er psychische Störungen der Schwangeren oder das Phänomen der Schwangerschaftsverdrängung. Das alles bleibe unberücksichtigt. Die Ärzte hofften deshalb, dass der Gesetzentwurf der Union möglichst viele Unterstützer aus den anderen Fraktionen finde, um eine Mehrheit für einen Gruppenantrag zu erhalten. 

Hoppe erinnerte an den Vorschlag der Ärztekammer, der vor allem eine Ergänzung in den Paragrafen 218 und 219 Strafgesetzbuch vorsah. „Dort ist nämlich bei der Reform des Schwangerschaftsabbruchrechts 1995 mit der Abschaffung der embryopathischen Indikation die derzeit so beklagenswerte Situation entstanden“, sagte der BÄK-Präsident.

„Wir hätten uns gewünscht, dass die 22. Schwangerschaftswoche beziehungsweise der Zeitpunkt, an dem das Kind alleine überlebensfähig ist, die zeitliche Grenze für eine Abtreibung darstellt.“ Darüber hinaus sollte ein Spätabbruch nur in absoluten Ausnahmefällen möglich sein. © kna/aerzteblatt

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