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Menopause: Transdermale Hormontherapie schonender für die Gallenblase

Freitag, 11. Juli 2008

Oxford – Zu den etablierten, aber weniger bekannten Risiken der postmenopausalen Hormontherapie gehören Erkrankungen der Gallenblase. Sie können nach einer neuen Analyse der Million Women Study im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2008; 337: a386) durch eine transdermale Applikation weitgehend vermieden werden. 

Die Indikation der Hormontherapie mit Östrogenen in der Menopause ist in den letzten Jahren wegen des ungünstigen Nutzen-Risiko-Verhältnisses deutlich eingeschränkt worden. Bei menopausalen Beschwerden wird sie aber weiterhin empfohlen. Neben der üblichen oralen Formulierung können die Hormone auch topisch oder über ein transdermales therapeutisches System, das heißt durch ein Medikamentenpflaster appliziert werden. Dies könnte den Vorteil haben, dass Leber und Gallenwege weniger stark belastet werden.

Nach oraler Gabe kommt es nämlich zu einem ausgeprägten “First-pass”-Effekt: Ein Teil der Hormone wird in der Leber abgebaut und die Metabolite über die Gallenwege ausgeschieden. Dies steigert das Risiko von Gallensteinen und Entzündungen der Gallenblase, wie Bette Liu von der Universität Oxford und Mitarbeiter anhand der Million Women Studie zeigen können.

An der prospektiven Kohortenstudie hatten sich seinerzeit 1.001.391 postmenopausale Frauen beteiligt, von denn 19.889 in den folgenden sechs Jahren wegen Gallenkoliken hospitalisiert wurden. Diese Probleme traten bei Frauen, die eine orale Hormonersatztherapie betrieben hatten, zu 74 Prozent häufiger auf (Relatives Risiko 1,74; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,68-1,80), wobei das Risiko nach Gabe von equinen Östrogenen (Relatives Risiko 1,79) etwas höher als nach Gabe von Estradiol (Relatives Risiko 1,68) war, und auch die Dosis der Östrogene spielte eine Rolle.

Auch nach transdermaler Applikation der Hormone war das Risiko von Hospitalisierungen erhöht, jedoch mit einem relativen Risiko von 1,17 (1,10-1,24) weniger stark als nach oraler Gabe. Die Autoren errechnen, dass ohne Hormontherapie 1,1 Prozent der Frauen in einem Zeitraum von fünf Jahren cholezystektomiert werden, mit transdermal applizierten Hormonen sind es 1,3 Prozent und mit oralen Hormonen 1,5 Prozent. © rme/aerzteblatt.de

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