Politik

Kusch: Sterbehilfe und christliches Weltbild kein Widerspruch

Mittwoch, 16. Juli 2008

Würzburg – Der frühere Hamburger Justizsenator Roger Kusch sieht keinen Widerspruch zwischen einem christlich-humanistischen Weltbild und der von ihm propagierten Sterbehilfe. „Der Gott, an den ich glaube, will die Menschen nicht länger leiden lassen, als sie es ertragen“, sagte er in einem am Dienstagnachmittag auf dem Online-Angebot der Würzburger Zeitung „Mainpost“ veröffentlichten Interview.

Er fühle sich dem Christentum verbunden. Kusch hatte vor zwei Wochen für Schlagzeilen gesorgt, als er einer 79-jährigen Würzburger Rentnerin Medikamente vermittelte, mit denen sie sich umbrachte. 

Der ehemalige CDU-Politiker betonte, dass er keinen Widerspruch zwischen Hospizplätzen, Palliativmedizin und Sterbehilfe sehe. „Was Würde am Lebensende bedeutet, hat nicht die Allgemeinheit zu entscheiden, sondern jeder für sich.“ Den einen könnten der Hospizplatz oder schmerzlindernde Medikamente helfen, anderen ein Platz in einem guten Pflegeheim. Wieder andere lehnten dies wie die Würzburger Rentnerin ab. Politik, Ärzten und Kirchen warf er vor, sie hätten Angst vor dem Thema Sterbehilfe „und leugnen deshalb, dass dieses Thema in Deutschland eine Rolle spielt“.

Viele Zuschriften hätten ihm gezeigt, dass die Menschen dies anders sähen. Sie seien froh, dass das Thema endlich aufgegriffen werde. Das ärztliche Standesrecht bezeichnete Kusch als „unmenschlich“. Es verbiete Ärzten genau dort Hilfe, wo sie am dringendsten wäre. © kna/aerzteblatt.de

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gerngesund
am Freitag, 10. Juni 2011, 13:59

zu blöde

Lieber Herr Dotko,

ihre Polemik an sich wird meiner Meinung nach nur durch die Niveaulosigkeit unterboten, mit der Sie Ihre Unkenntnis des Judentums und des Christentums meinen präsentieren zu müssen.

Gibt es denn wirklich niemanden, der "Humanismus" auf einem intellektuellen Niveau präsentieren kann, das nicht von vorvorgestern und geradezu sektenhaft ist?


Zur Frage der Sterbehilfe: Es ist nicht gut, wenn jemand, der Hilfe braucht und sterben möchte, dafür keinen qualifizierten Ansprechpartner findet, der sich mit Palliativmedizin auskennt und entsprechende auch sozialtherapeutische Angebote machen kann, der aber eben auch darüber hinaus den Wunsch des Betreffenen aushält und sich nicht entziehen muss.

Ohne die palliative Qualifikation wäre mir die Sterbehilfe zu billig. Eine psychische Notlage sollte ebenso Ausschlussgrund sein wie Vereinsamung. In diesen Fällen gibt es es sicher die Pflicht, auf eine andere Weise zu helfen als mit der Todesspritze.
Joachim Datko
am Freitag, 10. Juni 2011, 10:37

Humanismus und Christentum sind gegensätzlich

Zitat aus dem Artikel: " ... keinen Widerspruch zwischen einem christlich-humanistischen Weltbild und der von ihm propagierten Sterbehilfe."

Im Humanismus steht der Mensch im Mittelpunkt, dem Individuum gilt die Sorge. Im Christentum stehen ein fiktiver Gott und ein fiktiver aggressiver Teufel im Mittelpunkt.

Im Christentum wird der Mensch zum Opfer der Priester, sie versuchen ihn zu manipulieren und auszubeuten. Die großen christlichen Kirchen versuchen die gesamte Gesellschaft zu kontrollieren.

Das christliche Weltbild beruht auf der Weltsicht von Hirtenvölkern und dem Glauben an einen wundertätigen Wanderprediger. Für unsere moderne Welt ein Anachronismus sondergleichen.

Wir haben eine wesentlich bessere Alternative, ein besseres Weltbild, es ist der Humanismus und die naturwissenschaftliche Weltanschauung.

Fragen und Diskussion zur naturwissenschaftlich - philosophischen Weltanschauung unter:
http://www.monopole.de/index.php?board=42.0

Bei uns in Regensburg haben 2010 über 1000 Menschen die großen christlichen Religionen verlassen. Menschen, die in der Regel gegen ihr Selbstbestimmungsrecht als Säuglinge durch die Taufe christlich gemacht wurden.

Joachim Datko - Philosoph, Physiker
www.monopole.de
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