| dpa |
Berlin – Fast jedes dritte Kind in Deutschland kommt durch einen Kaiserschnitt auf die Welt. Dies geht aus einer am Montag in Berlin veröffentlichten Analyse des Bundesverbands der Betriebskrankenkassen (BKK) hervor. Demnach kamen sowohl im vergangenen Jahr als auch im ersten Halbjahr 2008 rund 31 Prozent der Babys per Schnittentbindung auf die Welt.
Dabei gibt es der Studie zufolge allerdings große regionale Unterschiede. Spitzenreiter Rheinland-Pfalz verzeichnete mit knapp 40 Prozent fast doppelt so viele Kaiserschnitte wie Sachsen mit 20 Prozent. Der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge bestehen nur bei jeder zehnten Geburt medizinische Gründe für den Eingriff.
Die seit Jahren steigende Zahl der Kaiserschnitte kommt die Krankenkassen laut BKK teuer zu stehen. So koste eine Schnittentbindung mit jeweils 3.000 Euro doppelt so viel wie eine natürliche Geburt. Warum Gynäkologen bei der Geburt immer häufiger zum Messer greifen, ist jedoch unklar.
„Wir vermuten einen gewissen Promi-Faktor", sagte BKK-Sprecherin Lydia Krüger. Möglicherweise orientierten sich Schwangere an prominenten Frauen, die sich häufig für einen Kaiserschnitt entschieden. Vermutlich spiele aber auch eine Rolle, dass Frauen ihre Kinder heutzutage später bekommen und die Risiken einer Geburt somit größer sind.
Die BKK appelliert jedoch an schwangere Frauen, sich nicht leichtfertig für einen Kaiserschnitt zu entscheiden. Vielmehr sollten sie mit einem Arzt klären, ob der Eingriff wirklich notwendig ist. © afp/aerzteblatt.de
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