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Gebäudereiniger-Gewerkschaft wirft Charité mangelnde Hygiene vor

Freitag, 1. August 2008

Berlin – Schwere Vorwürfe gegen die Charité – Universitätsmedizin Berlin hat die Gebäudereiniger-Gewerkschaft IG-Bau erhoben: Ein Großteil der Reinigungskräfte arbeite ohne Impfschutz. Viele Putzkräfte würden zudem ohne die vorgeschriebene Untersuchung durch den Betriebsarzt zur Arbeit in die Klinik geschickt. Sie kämen so an Krankenbetten und in sensible Bereiche wie Operationssäle. „Es sind Zustände, die zum Himmel schreien“, sagte Mirko Hawighorst, IG BAU-Branchensekretär für die Gebäudereinigung in Berlin.

Die Vorwürfe der Gewerkschaft richten sich konkret an die fürs Putzen zuständige Charité Facility Management GmbH (CFM): „In den meisten Fällen gibt es keine ordentliche Einweisung für die Reinigungskräfte. Das sind oft bestenfalls ‚Turbo-Einweisungen am grünen Tisch’. Die neuen Reinigungskräfte müssen dann unterschreiben, dass sie über alles informiert wurden.“ Von einer gründlichen Aufklärung über die Gefahren in einer Klinik und beim Umgang mit Spezial-Reinigern könne keine Rede sein.

Dabei putzen die Reinigungskräfte nach Angaben der IG BAU auch in ganz heiklen Klinikbereichen – auf Intensiv-, Infektions-, Onkologie- und Hämatologiestationen. „Dazu braucht man Know-how – solides Grundwissen über Hygiene. Genau das wird den Reinigungskräften aber vorenthalten“, so Hawighorst.  Die IG BAU forderte Charité und CFM auf, allen Reinigungskräften sofort einen umfassenden Impfschutz anzubieten und eine ausgiebige Einweisung in den Hygieneplan und in die jeweiligen Arbeitsbereiche zu machen.

Die Charité erklärte hingegen, es bestehe keine erhöhte Infektionsgefahr für Patienten oder Mitarbeiter an der Charité. Hintergrund sei eine aktuelle Tarifauseinandersetzung zwischen der IG Bau und der Charité CFM. „Ich halte es für äußerst bedenklich, wie die Gewerkschaft hier mit den Ängsten der Bevölkerung spielt, um ihre Ziele zu erreichen“, erklärte Ulrich Frei, Ärztlicher Direktor an der Charité.

Natürlich entstehe im Krankenhaus infektiöser Müll. Genau deswegen gebe es detaillierte Vorschriften, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die diesen Müll entsorgen, zu schützen. Für diese Beschäftigten sei eine Untersuchung beim Betriebsarzt vor Antritt der Arbeitsstelle genauso vorgeschrieben wie verschiedene Impfungen.

„Unser Dienstleister CFM hat uns versichert, dass diese Vorschriften auch bei Reinigungskräften selbstverständlich genau eingehalten werden. Um absolut sicher zu gehen, werden wir uns das von der CFM im Einzelnen belegen lassen“, kündigte Frei an. © SR/aerzteblatt.de

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