Medizin

Neue Methode gegen Metastasen bei Brust- und Prostatakrebs

Freitag, 8. August 2008

Heidelberg – Eine Methode, um die Ausbildung von Knochenmetastasen bei Brust- und Prostatakrebs bereits in einem frühen Stadium zu beurteilen, haben Wissenschaftler am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg entwickelt.

Zudem ist es den Forschern nach Angabe der Deutschen Krebshilfe erstmals gelungen, das Wachstum von Knochenmetastasen zu bremsen, indem sie die Blutgefäßneubildung hemmen. Auf die Ergebnisse der Arbeitsgruppe hat die Krebshilfe Anfang August 2008 hingewiesen. Sie fördert das Forschungsprojekt mit 150.000 Euro.

Brust- und Prostatakrebs zählen zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Im Verlauf der Erkrankung bilden sich bei vielen Patienten Tochtergeschwülste in anderen Organen. Bei bis zu 70 Prozent der Betroffenen entstehen diese Metastasen im Knochen. Die Heilungschancen verschlechtern sich dadurch dramatisch.

„Bisher kann das Wachstum einer Knochenmetastase nur durch den Grad des Knochenabbaus beurteilt werden, also anhand der Größe des 'Lochs' im Knochen“, sagte Tobias Bäuerle, Projektleiter am DKFZ. Diese sogenannte Osteolyse entwickle sich jedoch sehr langsam und sei erst spät zu erkennen. Entscheidender sei, festzustellen, was im Inneren der Metastase passiere.

„Dazu messen wir nun, wie stark die Metastase durchblutet wird“, erläutert der Projektleiter. Das Blutvolumen und die Gefäßdichte in der Knochenmetastase macht Bäuerle mit bildgebenden Verfahren wie Computer- und Magnetresonanztomographie sowie Ultraschall sichtbar. Dabei werden die Ansammlung von verabreichten Kontrastmitteln in Gefäßen der Metastasen gemessen und verschiedene Parameter der Gefäßneubildung bestimmt.

Dem Wissenschaftler ist es außerdem gelungen, die Bildung von Blutgefäßen in Knochenmetastasen und damit deren Wachstum durch Angiogenese-Hemmer zu verhindern. Dabei wird ein Faktor, der für die Gefäßneubildung im Tumor verantwortlich ist, blockiert.

„Im Labor konnten wir zeigen, dass die Hemmung dieses sogenannten Vascular Endothelial Growth Factors die Zerstörung des Knochens bei Brust- und Prostatakarzinomen stoppen kann“, sagte Bäuerle. Bis diese Therapieoption in der klinischen Praxis angewandt werden könne, seien jedoch noch weitere Untersuchungen erforderlich. © hil/aerzteblatt.de

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