Politik

Ministerium weist Kritik an Pflegediensten durch Arbeitslose zurück

Montag, 18. August 2008

Berlin – Das Bundesgesundheitsministerium hat die Kritik an den Plänen zum Einsatz von Langzeitarbeitslosen für Pflegedienste zurückgewiesen. Die Debatte enthalte „Elemente der Arroganz und eines nicht gerechtfertigten Misstrauens gegenüber den Arbeitslosen“, sagte ein Ministeriumssprecher am Montag vor Journalisten.

Er verwies darauf, dass die Bundesagentur für Arbeit (BA) 15.000 pflegerisch Tätige vermitteln könne, die seit längerem „aus dem Beruf raus sind“ und wieder in den Arbeitsmarkt zurück wollten. Sie könnten in Pflegeheimen eine Lücke zwischen Fachkräften und Ehrenamtlichen schließen.

Bei den Arbeitslosen handelt es sich dem Sprecher zufolge etwa um Frauen, die nach einer Erziehungszeit den Wiedereinstieg in den Beruf suchen. Sie könnten mit Altersverwirrten gemeinsam malen, basteln, im Garten arbeiten oder Gottesdienste besuchen. Diese Dienste könnten von den Arbeitslosen zusätzlich geleistet werden; Fachkräfte würden dadurch nicht ersetzt.

Ähnlich äußerten sich die pflegepolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Elisabeth Scharfenberg und die arbeitsmarktpolitische Sprecherin, Brigitte Pothmer. Es sei völlig überzogen, Arbeitslosen von vornherein die Eignung als zusätzliche Betreuungskräfte in Pflegeheimen abzusprechen.

Voraussetzung sei aber, dass die Arbeitslosen qualifiziert sind und nicht gegen ihren Willen zu dieser Arbeit gedrängt werden. Zudem müsse „zweifelsfrei klar sein, dass sie nicht als Pflegekräfte eingesetzt werden“, erklärten Scharfenberg und Pothmer weiter. Auch ein Sprecher des Arbeitsministeriums unterstützte das Vorhaben nachdrücklich.

Nach dem seit Juli gültigen Pflegegesetz dürfen Pflegeheime für Demenzkranke zusätzliches Personal einstellen; die Kosten tragen die Pflegekassen. © afp/aerzteblatt.de

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