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Präeklampsie schädigt Nieren dauerhaft

Freitag, 22. August 2008

Bergen – Frauen, die während der Schwangerschaft an einer Präeklampsie erkranken, haben nach den Ergebnissen einer Studie im New England Journal of Medicine (2008; 359: 800-809) ein deutlich erhöhtes Risiko im späteren Leben an einem dialysepflichtigen Nierenversagen zu erkranken.

Bestandteil der Präeklampsie ist eine Proteinurie, die als Mikroalbuminurie häufig noch Jahre nach der Schwangerschaft persistieren kann. Es bestand deshalb die Befürchtung, dass die Erkrankung Spätfolgen für die Nieren haben könnte. Die Assoziation mit einer späteren terminalen Niereninsuffizienz (end-stage renal disease, ESRD), die Bjørn Egil Vikse von der Haukeland Universitätsklinik in Bergen jetzt durch Abgleich von norwegischen Patientenregistern ermittelte, fällt dennoch überraschend klar und deutlich aus.

Eine Präeklampsie in der ersten Schwangerschaft erhöhte das ESRD-Risiko um den Faktor 3,2 (95-Prozent-Konfidenzintervall 2,2-4,9). Bei Frauen, die in drei Schwangerschaften zwei- oder dreimal eine Präeklampsie entwickelten, war das ESRD-Risiko sogar um den Faktor 15,5 (7,8-30,8) erhöht. Früh- oder Mangelgeburten waren ebenfalls mit einem erhöhten ESRD-Risiko assoziiert. Die terminale Niereninsuffizienz trat durchschnittlich 17 Jahre nach der Eklampsie auf.

Zwar war das absolute Risiko einer terminalen Niereninsuffizienz gering. Es wurde nur bei 477 von 570.433 Frauen diagnostiziert. Dennoch sollten Frauen mit Präeklampsie nach dem Ende der Schwangerschaft engmaschig betreut werden, um langfristige Auslöser des Nierenversagens, etwa eine arterielle Hypertonie oder eine persistierende Mikroalbuminurie rehtzeitig zu erkennen, fordert Vikse. © rme/aerzteblatt.de

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