Medizin

US-Leitlinie: Wie man Cerumen richtig entfernt

Freitag, 29. August 2008

Alexandria – Das übertriebene Bedürfnis vieler Menschen, die äußeren Ohrgänge von Ohrenschmalz zu befreien, beschäftigt zunehmend die Hals-Nasen-Ohren-Ärzte. Auf acht Millionen schätzt die US-Fachgesellschaft der Otolaryngologen die Zahl der jährlichen Behandlungen zur Entfernung von Ceruminalpfröpfen. Grund genug, eine Leitlinien in Otolaryngology - Head and Neck Surgery (2008; 139: S1-S21) zu veröffentlichen.

Das Cerumen setzt sich zum einen aus dem Sekret der Glandulae ceruminosae zusammen, die im äußeren Drittel des Canalis acusticus externus lokalisiert sind. Zum anderen besteht das Cerumen aus Haaren, abgestorbenen Hautzellen, aber auch aus Staub, Verunreinigungen bis hin zu kleinen Fremdkörpern, deren Abtransport eine der Funktionen des Cerumens ist.

Das Cerumen ist, wie die Leitlinie betont, aber auch ein natürliches Pflegemittel der Haut mit antibakteriellen Eigenschaften. Manipulationen mit Wattestäbchen sind in der Lage diese Schutzschicht zu zerstören und sollten deshalb tunlichst unterbleiben, mahnen die Autoren der Leitlinie. Auch von sogenannten Ohrenkerzen, einer eher esoterischen Behandlungsmethode bei vermehrter Cerumenbildung, oder von der Reinigung mit Mundduschen wird strikt abgeraten. Überschüssiges Cerumen tritt, unterstützt von den Bewegungen des Unterkiefers beim Kauen, in der Regel von selbst aus dem Gehörgang aus.

Neben der übertriebenen Hygiene kann auch das Tragen von Hörgeräten zur Bildung eines Cerumen obturans führen. Dieser macht sich dann durch Schmerzen, Völlegefühl, Geruch, Tinnitus, Ausfluss, Husten oder einem Hörverlust (bei Verlegung des Gehörgangs um mehr als 80 Prozent) bemerkbar. In diesem Fall ist dann, statt frustaner Selbstversuche, eine ärztliche Behandlung angezeigt.

Da das Cerumen, anders als die Bezeichnung Ohrenschmalz vermuten lässt, wasserlöslich ist, gelingt es in der Regel ihn durch Spülung mit Wasser, einer Salzlösung oder andere cerumenolytischen Mittel - eventuell nach 15 bis 30-minütigem Einwirken – aufzulösen. Bei Patienten mit engem Gehörkanal, Perforationen des Trommelfells oder Immunschwäche kann auch eine instrumentelle Entfernung notwendig werden. © rme/aerzteblatt.de

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