6.321 News Ärzteschaft

Ärzteschaft

Westfalen-Lippe: „Praktisches Jahr adäquat bezahlen“

Freitag, 5. September 2008

Münster – Medizinstudierende im Praktischen Jahr „angemessen zu honorieren“ hat der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Theodor Windhorst, gefordert. Es könne nicht sein, dass junge Menschen, die am Anfang des Berufslebens stünden und gerade eine Familie gegründet hätten, oft in einer fremden Stadt ein Jahr lang unentgeltlich tätig sein müssten, sagte der Kammerpräsident.

Windhorst verwies auf einen Beschluss des diesjährigen Deutschen Ärztetages in Ulm, der von den Universitäten und Lehrkrankenhäuser verlange, während der Tätigkeit im Praktischen Jahr eine angemessene Ausbildungspauschale zu bezahlen. „Es muss unser Ziel sein, den ärztlichen Nachwuchs hier im Land zu halten. Eine angemessene finanzielle Unterstützung des Praktischen Jahres könnte […] als wichtiger Strukturfaktor wirken, um junge Ärztinnen und Ärzte für eine Tätigkeit in der Patientenversorgung zu motivieren und an die Kliniken zu binden“, sagte Windhorst.

Der Kammerpräsident setzt sich außerdem für ein neues Zulassungssystem zum Medizinstudium ein. „Die Abiturnote als einziges Auswahlkriterium, um einen Medizinstudienplatz zu erhalten, ist aus meiner Sicht das denkbar schlechteste Verfahren. Es muss vielmehr ein neues Auswahlverfahren eingeführt werden, das Eignung, Leistung und auch die Begeisterung für den Arztberuf bewertet“, sagte er. Die Universitäten nutzten die Möglichkeit, Studienbewerber in Auswahlgesprächen auf ihre spätere fachliche Qualifikation zu überprüfen, viel zu wenig.

Aufgrund einer Änderung des Hochschulrahmengesetzes im Jahr 2004 können die Hochschulen 60 Prozent der Studienplätze nach eigenen Kriterien in einem eigenständigen Auswahlverfahren besetzen. Nach den Vorstellungen Windhorsts sollten in einem ersten Schritt 60 Prozent der bundesweit 9.900 Studienplätze nach Eignung und Leistung für den Arztberuf vergeben werden und nur noch 40 Prozent nach der Abiturnote.

„Sollte sich dieses Verfahren bewähren, könnte der Numerus clausus in einem zweiten Schritt abgeschafft werden. Bei der Zulassung zum Medizinstudium müssen zukünftig Eignung und Begeisterung mehr zählen als die Schulleistungen.“ © hil/aerzteblatt.de

Anzeige
Drucken Versenden Teilen
6.321 News Ärzteschaft

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Themen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste

Anzeige
Eingeloggt als

Suchen in