Politik

Kinderhilfe: Strikter gegen Alkoholkonsum Schwangerer vorgehen

Dienstag, 9. September 2008

Berlin – Vor dem Hintergrund eines verbreiteten Alkoholkonsums schwangerer Frauen hat die Deutsche Kinderhilfe die Politik zu gesetzlichem Handeln aufgefordert. Allein in Deutschland kämen jährlich etwa 4.000 Säuglinge mit schwerer Schädigung durch eine Alkoholvergiftung im Mutterleib zur Welt, sagte der Vorsitzende Georg Ehrmann am Dienstag in Berlin.

Wenn schwangere Frauen Alkohol konsumierten, sei das eine gefährliche Körperverletzung. Das müsse als Straf- oder Ordnungswidrigkeit belangt werden. 

Ehrmann beklagte, Alkohol in der Schwangerschaft werde gesellschaftlich ebenso toleriert wie Nikotinkonsum. Die von der Drogenbeauftragten der Bundesregierung im Bereich der Information und Prävention angekündigten Maßnahmen müssten durch strafrechtliche Ächtung untermauert werden.

Die Kinderhilfe machte zum „Tag des alkoholgeschädigten Kindes“ am Dienstag auf das Leid von Kindern mit dem sogenannten Fetalen Alkoholsyndrom aufmerksam. Das sind irreversible Beeinträchtigungen, die auf den Alkoholkonsum der schwangeren Mutter zurückzuführen sind.

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) forderte in diesem Zusammenhang Warnweise für Bier-, Wein- und Spirituosenflaschen. „Das ist unbedingt erforderlich“, sagte der DHS-Geschäftsführer Rolf Hüllinghorst am Dienstag. Hüllinghorst verwies auf das Beispiel Frankreich. Dort seien solche Hinweis-Piktogramme seit Oktober 2007 gesetzlich verpflichtet. Auf französischen Alkoholflaschen wird die durchgestrichene Silhouette einer schwangeren Frau beim Trinken gezeigt.

Der DHS-Geschäftsführer sagte zugleich, der Schwangeren-Hinweis dürfe jedoch nur der Anfang sein. Die Auszeichung von Gefahren alkoholischer Getränke müsse generell in Deutschland verstärkt werden. © ddp/aerzteblatt.de

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