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Enzymhemmung reduziert Bildung von Alzheimer-Plaques

Montag, 29. September 2008

Leipzig – Ein Schritt für die Entwicklung eines Medikamentes gegen die Alzheimersche Krankheit gelungen ist offenbar Wissenschaftlern des Paul-Flechsig-Instituts für Hirnforschung an der Universität Leipzig.

„Wir konnten anhand von Versuchen mit Mäusen erstmals nachweisen, dass die Hemmung eines bestimmten Enzyms die Bildung Alzheimer-typischer Ablagerungen im Gehirn reduziert und dadurch die Auswirkungen der Krankheit deutlich gemildert werden“, sagte Steffen Roßner aus dem Institut. Die Erkenntnisse wurden jetzt in der Fachzeitschrift Nature Medicine veröffentlicht (doi:10.1038/nm.1872).

Bei den Amyloid-Eiweißen in den Alzheimer-Plaques sei die randständige Aminosäure Glutamat zu einem ringförmigen pyro-Glutamat umgewandelt. „Damit sind die Eiweiße praktisch versiegelt und schwerer abbaubar“, so Roßner. Dies führe dazu, dass sie sich im Gehirn Betroffener anreicherten, verklumpten und Fibrillen oder Oligomere bildeten. Diese wiederum schädigten Nervenzellen und könnten im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung zum Verlust ganzer Neuronengruppen führen.

Bisher war nach Angaben der Wissenschaftler allerdings unbekannt, wie es zu dieser Veränderung der Amyloid-Eiweiße kommt. In der jetzt publizierten Studie konnten sie nachweisen, dass das Enzym Glutaminyl-Zyklase (QC) für die krankheitsfördernde Umwandlung der Amyloid-Eiweiße verantwortlich ist.

Nach dieser Entdeckung lag nun die experimentelle Strategie auf der Hand, die QC zu hemmen, um so die Plaque-Bildung im Gehirn zu reduzieren und im Idealfall zu verhindern. „Dies konnten wir im Tierversuch eindeutig nachweisen“, sagte Roßner. Transgene Mäuse, die eine menschliche Erbanlage tragen, welche eine vererbbare Form der Alzheimerschen Krankheit auslöst, bekamen mit dem Futter QC-Hemmer verabreicht.

Dabei wurden drei Versuchgruppen gebildet: Eine bekam normales Futter, die zweite Gruppe eine geringe und die dritte Versuchsgruppe schließlich eine höhere Dosis des QC-Hemmers. Bei den Mäusen, die keine Hemmer bekommen hatten, ließen sich die Eiweiß-Verklumpungen in großer Zahl feststellen.

Die Tiere, die den QC-Hemmer mit dem Futter aufgenommen hatten, zeigten wesentlich weniger Eiweißablagerungen, wobei bei den Mäusen, die mit der höheren Dosis behandelt worden waren, auch tatsächlich eine stärkere Wirkung zu verzeichnen war. © hil/aerzteblatt.de

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