Studie: Ozon steigert Appendizitis-Risiko
Dienstag, 7. Oktober 2008
Calgary – Eine hohe Luftverschmutzung, vor allem aber hohe Ozonwerte im Sommer, steigern bei Erwachsenen das Risiko auf eine akute Appendizitis. Dies zeigt eine Studie aus Kanada, die jetzt auf der Jahrestagung des American College of Gastroenterology in Orlando/Florida vorgestellt wurde.
Bekannt war, dass die akute Appendizitis im Sommer häufiger auftritt als im Winter. Dies scheint bei Erwachsenen noch ausgeprägter zu sein als bei Kindern. In der Stadt Calgary im kanadischen Bundesstaat Alberta entfallen 53 Prozent aller Hospitalisierungen von Erwachsenen wegen einer akuten Appendizitis auf die drei Sommermonate.
Das ist allerdings nicht der einzige (im weitesten Sinn) klimatische Einfluss, den Gilaad Kaplan von der Universität Calgary in einer bevölkerungsbasierten Studie ermittelte. Neben den Temperaturen scheinen auch die Luftschadstoffe eine Rolle zu spielen. Am deutlichsten war der Zusammenhang mit Ozon.
Nach Tagen mit erhöhten Ozonwerten steigt das Appendizitis-Risiko um 21 Prozent (Odds Ratio OR 1,21; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,09-1,35). Auch für Stickstoffdioxid (OR 1,13) und Schwefeldioxid (OR 1,11) sowie für Feinstaub (OR 1,10) stellte Kaplan eine signifikante Assoziation fest.
Die auslösende Wirkung war in den Sommermonaten, wenn sich die Menschen häufiger draußen aufhalten, höher als im Winter, wenn die Temperaturen in Calgary nicht selten auf unter minus zehn Grad fallen. Eine plausible Erklärung könnte die erhöhte Bereitschaft des Körpers zu Entzündungsreaktionen sein, die auch schon in früheren Untersuchungen auf erhöhte Luftschadstoffe zurückgeführt werden konnten. © rme/aerzteblatt.de
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