Statistisches Jahrbuch: Zahl der Spätabtreibungen steigt
Dienstag, 7. Oktober 2008
Berlin – Die Zahl der Abtreibungen in Deutschland ist weiterhin rückläufig. Dies geht aus dem Statistischen Jahrbuch 2008 hervor, das der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Roderich Egeler, heute in Berlin vorgestellt hat.
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Demnach wurden im vergangenen Jahr 116.871 Schwangerschaften abgebrochen. 2006 waren es noch 119.710. Die meisten Eingriffe registrierte das Statistische Bundesamt bei Frauen im Alter zwischen 20 und 25 Jahren (27.727). 494 mal kam es zu Eingriffen bei Schwangeren, die 15 Jahre oder jünger waren.
Die meisten Abtreibungen wurden zwischen der sechsten und achten Schwangerschaftswoche vorgenommen (39.696). 229 mal wurden Feten in der 23. Schwangerschaftswoche oder später abgetrieben. Das ist der höchste Wert seit der Neuregelung des Paragraphen 218 im Jahr 1995. Frauen ist es seither erlaubt, Feten unter bestimmten Voraussetzungen bis kurz vor der Geburt abzutreiben.
Mehr als 97 Prozent der gemeldeten Schwangerschaftsabbrüche wurden nach der Beratungsregelung vorgenommen. Medizinische und kriminologische Indikationen waren in weniger als drei Prozent der Fälle die Begründung für den Abbruch. Die meisten Schwangerschaftsabbrüche (76 Prozent) wurden mit der Absaugmethode (Vakuumaspiration) vorgenommen. Bei zehn Prozent der Schwangerschaftsabbrüche wurde das Mittel Mifegyne® verwendet.
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