Politik

Neuer Streit um die künstliche Ernährung

Dienstag, 7. Oktober 2008

dpa

Siegburg/Berlin – Neuen Streit um die künstliche Ernährung gibt es zwischen der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin und dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA). „Nach dem Willen des G-BA sollen kranke oder ältere Menschen, die keine Möglichkeit haben, sich auf normalem Wege ausreichend zu ernähren, enterale Ernährung, das heißt Sonden- und Trinknahrungen, zukünftig nicht mehr als Krankenkassenleistung erhalten. Sie sollen diese enterale Ernährung selbst bezahlen.

„Nach Auffassung des G-BA handelt sich hierbei um ‚Aufwendungen für den normalen Lebensunterhalt’“, kritisierte die Fachgesellschaft Anfang Oktober. Diese Auffassung des G-BA gehe aus einer Stellungnahme des Bundesausschuss zum Entwurf des Gesetzes zur Weiterentwicklung der Organisationsstrukturen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-OrgWG) hervor.

Betroffen seien auch ältere Menschen und Krebskranke, die sich nach Ausschöpfung aller Möglichkeiten nicht mehr auf normalem Wege ernähren könnten und bei denen eine Mangelernährung drohe. „Das bedeutet, mangelernährte kranke Menschen bekommen die dringend gebrauchte, medizinisch indizierte Ernährungstherapie nicht mehr erstattet. Dies ist nicht akzeptabel“, sagt Arved Weimann, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin.

Die enterale Ernährung müsse weiterhin erstattungsfähig bleiben. Den Vorwurf des G-BA, die Erstattung würde zu einer ethisch und medizinisch unvertretbaren Ernährungspraxis in Pflegeeinrichtungen führen, hält die Fachgesellschaft für nicht gerechtfertigt. © hil/aerzteblatt.de

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