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Erhöhtes Knochenbruchrisiko bei Herzinsuffizienz

Dienstag, 21. Oktober 2008

Edmonton –  Patienten mit einer Herzinsuffizienz haben ein vierfach erhöhtes Risiko auf schwere Knochenbrüche. Das Risiko auf eine Hüftfraktur war in einer bevölkerungsbasierten Kohortenstudie in Circulation (2008, doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.108.784009) sogar um mehr als das Sechsfache erhöht. Die Ursache für die vermehrte Osteoporose ist unklar.

Die meisten Patienten mit Herzinsuffizienz sind sehr alt. Sie befinden sich in einem Alter, in dem die Prävalenz der Osteoporose hoch ist. Auch in der Kontrollgruppe von Patienten mit anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen erlitten während eines Jahres ein Prozent eine schwere Fraktur. Unter den Patienten mit einer Herzinsuffizienz waren es jedoch 4,6 Prozent.

Selbst nach Ausschluss anderer Risikofaktoren (etwa einer verminderten Verordnungsrate von Bisphosphonaten in der Kontrollgruppe) ermittelte Justin Ezekowitz von der Universität von Alberta in Edmonton noch eine Odds Ratio von 4,0 (95-Prozent-Konfidenzintervall 2,9-5,3). Noch stärker war die Assoziation bei den folgenschweren Hüftfrakturen. Sie traten bei 1,3 Prozent der Patienten mit Herzinsuffizienz, aber nur bei 0,1 Prozent der Kontrollen auf. Ezekowitz errechnet eine adjustierte Odds Ratio von 6,3 (3,4-11,8).

Eine plausible Erklärung für das erhöhte Knochenbruchrisiko hat Ezekowitz nicht. Denkbar sei, dass die häufig unter Appetitmangel leidenden Patienten zu wenig Vitamin D zu sich nehmen. Auch ein Anstieg des Parathormonspielgels infolge der veränderten Blutzirkulation hält Ezekowitz für eine mögliche Erklärung. Oder sollten die HerzinsuffizienzPatienten aufgrund ihrer körperlichen Schwäche nur häufiger stürzen?

Eine Antwort auf diese Fragen steht noch aus. Ezekowitz empfiehlt den Ärzten jedoch, stärker als bisher auf eine Osteoporose bei ihren Patienten zu achten und diese konsequent zu behandeln. © rme/aerzteblatt.de

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