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Kirchen lehnen Patent für embryonale Stammzellen ab

Dienstag, 28. Oktober 2008

Bonn/Hannover – Die Kirchen in Deutschland warnen vor einer Patentierbarkeit menschlicher embryonaler Stammzellen und Stammzelllinien. Die Vertreter der katholischen und der evangelischen Kirche bei der Bundesregierung, Prälat Karl Jüsten und Prälat Stephan Reimers, betonten am Dienstag, der menschliche Körper und seine Bestandteile dürften „nicht verzweckt und kommerzialisiert werden“. 

Sie äußern sich vor einer in den nächsten Tagen anstehenden Entscheidung der Großen Beschwerdekammer des Europäischen Patentamts in München. Dabei geht es um einen Antrag der Wisconsin Alumni Research Foundation, die den US-Stammzellforscher James Thomson vertritt.

Nach Auffassung der Kirchen führt eine Patentierung zu einer Monopolisierung, bei der Leben exklusiv vermarktet und wirtschaftlich ausgenutzt werden solle. „Gerade menschliches Leben in seinem ungeschützten Anfang ist nicht verfügbar und kann nicht patentiert werden“, so Jüsten.

Eine Patentvergabe würde sich auf Industrie und Forschung in Europa insgesamt auswirken. Reimers forderte, den Nutzen der Patentierung für die Menschheit einerseits und die ethischen Einwände andererseits sorgfältig abzuwägen. 

Die Erteilung eines Patents würde in eklatantem Widerspruch zum Europäischen Patentübereinkommen, zur Biopatent-Richtlinie und zu Positionsbestimmungen des Europaparlaments stehen, heißt es weiter.

Das Patentübereinkommen verbiete Patente für biotechnologische Erfindungen, die die Verwendung von menschlichen Embryonen zu industriellen oder kommerziellen Zwecken beinhalten. Diese Regel schließe das Verbot von Patenten auf eine industrielle und kommerzielle Nutzung menschlicher Embryonen ein. © kna/aerzteblatt.de

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