Medizin

Patientenverfügung: Einstellung der Patienten im Alter konstant

Dienstag, 28. Oktober 2008

Philadelphia – Menschen, die sich in einer Patientenverfügung gegen lebensverlängernde Maßnahmen aussprechen, halten in der Regel an dieser Ansicht fest. Ein Wandel der Einstellung ist nach den Ergebnissen einer Studie in den Archives of Internal Medicine (2008; 168: 2125-2130) am ehesten bei jenen Menschen zu erwarten, die sich anfangs für eine aggressive lebensrettende Therapie aussprechen.

Ein häufig gegen Patientenverfügungen erhobener Einwand lautet, dass diese schnell veralten. Gerade Menschen, die sich gegen lebensverlängernde Maßnahmen ausgesprochen haben, würden – unterstellt sie haben ihre Meinungswandel nicht dokumentiert – im Ernstfall gegen ihren Wunsch eine lebensverlängernde Therapie vorenthalten. Ausschließen lässt sich dies im Einzelfall nicht, weshalb eine regelmäßige Aktualisierung der Patientenverfügungen gefordert wird.

Interessant sind in diesem Zusammenhang aber die Ergebnisse der Johns Hopkins Precursors Studie. Sie umfasst medizinische Absolventen der renommierten Universität aus den Jahren 1948 bis 1964 und gilt heute als die langlebigste Studie in der Altersforschung. Im Jahr 1999 wurden die 818 Ärzte das erste Mal nach ihren Präferenzen im Fall eines hypothetischen Hirntodszenarios befragt.

Die zehn Fragen reichten von der Herzkreislaufanimation und der mechanischen Beatmung über Sondenernährung und intravenöse Flüssigkeitssubstitution bis hin zur Behandlung mit Antibiotika oder Bluttransfusionen. Nach ihren Ansichten ordnete Marsha Wittink von der Universität von Pennsylvania in Philadelphia die Ärzte in drei Gruppen zu, wobei sich die meisten Mediziner (62 Prozent) gegen die meisten lebensverlängernden Maßnahmen entschieden.

In dieser Gruppe sollten sich die Ansichten in einer drei Jahre später erneut durchgeführten Umfrage am wenigsten geändert haben: In der 2002 durchgeführten Umfrage sprachen sich erneut 60 Prozent der Ärzte gegen lebensverlängernde Maßnahmen aus. Und zu 80 Prozent waren dies die gleichen Personen wie in der ersten Umfrage. 

Einen häufigen Meinungswechsel registrierte die Forscherin dagegen in der Gruppe, die sich in der ersten Umfrage für aggressive lebensverlängernde Maßnahmen ausgesprochen hatte. Diese Gruppe bestand 2002 nur noch zu 41 Prozent aus den gleichen Personen wie in der ersten Umfrage. Wittink schließt daraus, dass gerade in dieser Gruppe, zu der viele Menschen ohne Patientenverfügung gehören dürften, eine regelmäßige Befragung sinnvoll wäre. © rme/aerzteblatt.de

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