Ausland

Frankreich streitet weiter um Sterbehilfe

Donnerstag, 30. Oktober 2008

Paris – In Frankreich ist es zum Streit über einen für Sonntag ausgerufenen „Welttag für das Sterben in Würde“ gekommen. Die Wahl des Feiertages Allerseelen sei eine unzulässige Vereinnahmung, erklärten Gegner der aktiven Sterbehilfe nach Angaben der katholischen Tageszeitung La Croix vom Donnerstag.

Die für eine Legalisierung aktiver Sterbehilfe eintretende „Vereinigung für ein Recht auf Sterben in Würde“ veranstaltet seit Donnerstag einen Kongress in Paris. Daran sollen laut La Croix auch Politiker wie Ex-Premierminister Laurent Fabius und der Pariser Bürgermeister Bertrand Delanoe teilnehmen. 

Der Parlamentsabgeordnete Jean Leonetti, Urheber des geltenden Gesetzes zur medizinischen Begleitung am Lebensende, kritisierte die Forderung nach Legalisierung aktiver Sterbehilfe. In der weit überwiegenden Zahl der Fälle reichten die geltenden Gesetze aus, um den Betroffenen einen würdigen Tod zu ermöglichen.

In extremen Ausnahmefällen, wenn Patienten, die nicht im Sterbeprozess stehen, wegen einer unheilbaren Krankheit den Tod suchten, gebe es ebenfalls Beistand. So stellten Richter regelmäßig Verfahren wegen Beihilfe zum Selbstmord ein, wenn damit keine Anstachelung zu der Tat verbunden sei. Es gebe zwar ein Recht, sich das Leben zu nehmen, aber kein Recht, dafür von der Gesellschaft Hilfe einzufordern. 

Unterdessen forderten nach Meldung des Rundfunksenders France Info sechs Mediziner, an Hochschulen Lehrstühle für Palliativmedizin einzurichten. Die Debatte über die Legalisierung der aktiven Sterbehilfe gehe an der Lebenswirklichkeit vorbei. Viel sinnvoller sei es, Ärzte in Sterbebegleitung auszubilden. 

Nach einem Gesetz aus dem Jahr 2005 ist aktive Sterbehilfe in Frankreich eine Straftat. Ärzte dürfen aber die Behandlung unheilbar Kranker stoppen oder begrenzen, wenn der Patient dies wünscht. Eine von Leonetti geleitete Parlamentskommission schloss kürzlich ihre Anhörungen ab und will Vorschläge für eine mögliche Reform des Gesetzes unterbreiten.  © kna/aerzteblatt.de

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