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Sartane ohne Vorteile bei diastolischer Herzinsuffizienz

Mittwoch, 12. November 2008

San Francisco – Für jene Hälfte der Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz, bei denen die linksventrikuläre Auswurffraktion nicht vermindert ist, gibt es auch in Zukunft keine effektive medikamentöse Therapie. Der Versuch, die Prognose durch die Gabe eines Angiotensin-II-Blockers (Sartan) zu verbessern, ist in einer randomisierten Studie im New England Journal of Medicine (NEJM 2008; doi 10.1056/NEJMoa0805450) gescheitert.

Die „Irbesartan in Heart Failure with Preserved Systolic Function“ oder I-PRESERVE-Studie war die größte Therapiestudie, die bisher zu einem Sartan durchgeführt wurde. In 25 Ländern nahmen 4.128 Patienten im Durchschnittsalter von 72 Jahren, davon 60 Prozent weiblich, an der Studie teil. Alle litten an den Symptomen einer Herzinsuffizienz (Stadium NYHA II-IV), ohne dass ein Abfall der linksventrikulären Auswurffraktion vorhanden war.

Diese Form der diastolischen Herzinsuffizienz findet man beispielsweise bei älteren Hypertonikern. Trotz der erhaltenen Pumpleistung ist die Sterberate erhöht. Frühere Studien hatten erwarten lassen, dass Sartane, die als Antihypertonikum in das Angiotensin-Renin-System der Blutdruckregulation eingreifen, die Prognose der Patienten verbessern. Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt.

Am Ende der 4,5-jährigen Studie gab es keine signifikanten Unterschiede im primären Endpunkt: Ein Tod oder eine Hospitalisierung wegen kardiovaskulärer Komplikationen (Herzversagen, Herzinfarkt instabile Angina, Arrhythmie oder Schlaganfall) waren unter der Therapie mit 300 mg Irbesartan nur unwesentlich seltener aufgetreten als unter Placebo (100,4 vs. 105,4/1000 Patientenjahre).

Auch in sekundären Endpunkten wie dem kardiovaskulären Sterberisiko oder der Zahl der Hospitalisierungen wegen Herzinsuffizienz erzielte die Therapie mit dem Sartan keine Vorteile. © rme/aerzteblatt.de

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