Hamburg – Der frühere Hamburger Justizsenator Roger Kusch hat nach eigener Darstellung ein weiteres Mal einen Menschen bei der Selbsttötung unterstützt. Wie Kusch am Donnerstagabend auf der Webseite „suizidbegleitung.de“ mitteilte, „begleitete“ er am Mittwoch gemeinsam mit der Mitarbeiterin einer französischen Sterbehilfeorganisation, Jacqueline Jencquel, in Frankfurt den 94-jährigen Max Steinbaur beim Suizid. Es wäre das dritte Mal, dass Kusch auf diese Weise tätig geworden ist.
Um zu sterben, war Steinbaur den Angaben zufolge aus einem Altenheim in das Haus nach Frankfurt zurückgekehrt, das er mit seiner Frau bewohnt hatte. Jencquel führte mit ihm ein Interview, das auf der Internetplattform Youtube zu sehen ist. Darin schildert der Mann, dass er kein Siechtum am Ende seines Lebens erleben wolle.
Die Deutsche Hospiz Stiftung forderte unterdessen die Medien auf, nicht länger über Kuschs Aktivitäten zu berichten. Jegliche Berichterstattung befriedige nur dessen „Narzissmus“, betonte der Geschäftsführende Vorstand Eugen Brysch in Berlin.
Er rief die Bundesregierung erneut auf, „geschäftsmäßige Beihilfe zur Selbsttötung“ gesetzlich zu verbieten. Zudem müsse die Politik auch für verbesserte Bedingungen am Lebensende sorgen, um „Geschäftemachern“ wie Kusch nicht in die Hände zu spielen. © kna/aerzteblatt.de
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