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Studie: Fast jeder Zweite wird vor dem Lebensende pflegebedürftig

Freitag, 21. November 2008

Berlin – Fast jeder Zweite hierzulande wird laut einer Studie der Gmünder Ersatzkasse (GEK) vor seinem Lebensende pflegebedürftig werden. Zwar seien aktuell nur 2,6 Prozent der Bevölkerung pflegebedürftig, jedoch liege das allgemeine Pflegerisiko bei gut 44 Prozent, erklärte die Kasse bei Vorlage ihres Pflegereports 2008 am Montag in Berlin.

Dabei liege der Anteil ihrer 2007 verstorbenen Versicherten, die in ihrem Todesjahr Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch nahmen, bei den Männern mit knapp 41 Prozent noch etwas niedriger als bei den Frauen mit fast 51 Prozent.

Frauen haben demnach zwar ein höheres Pflegerisiko, aber bei Beginn der Pflegebedürftigkeit auch noch eine deutlich höhere Lebenserwartung als Männer. Ist die Hälfte der Männer bereits knapp 16 Monate danach verstorben, so liegt dieser Wert bei Frauen bei gut 40 Monaten.

Der Trend zu stationärer Pflege ist dabei der Studie zufolge ungebrochen. So stieg der Anteil der Pflegebedürftigen in Pflegeheimen von 1996 bis 2006 von 23 auf 30 Prozent. Zugleich sank der Anteil der Pflegegeldempfänger, die keine professionelle Pflege in Anspruch nehmen, von 61 auf 50 Prozent.  

Die fachärztliche Versorgung in Pflegeheimen weist demnach Mängel auf. So hätten Bewohner mit Demenz, Schizophrenie oder Parkinson-Syndrom im Schnitt zwei bis drei Mal im Jahr Kontakt zu einem Psychiater oder Neurologen – als medizinisch angemessen gelten laut GEK aber vier Facharztkontakte.

Auch würden Pflegebedürftige in häuslicher oder stationärer Pflege um durchschnittlich 50 Prozent seltener von Augenärzten und um 30 Prozent seltener von Orthopäden behandelt als andere Patienten. Bezüglich der Verschreibung von Antidepressiva und Psycholeptika sieht die Studie dagegen Zeichen für eine Überversorgung. © afp/aerzteblatt.de

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