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Studie: Vertrauen in Sozialsysteme so niedrig wie seit 25 Jahren nicht mehr

Mittwoch, 19. November 2008

Berlin – Im Jahr 2005 trug die gesetzliche Krankenversicherung 56,8 Prozent der Gesundheitsausgaben. Das entspricht 135,9 Milliarden Euro. Dies geht aus dem Datenreport 2008 hervor, der am 19. November von Vertretern des Statistischen Bundesamtes, des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB), der Gesellschaft sozialwissenschaftlicher Struktureinrichtungen und der Bundeszentrale für politische Bildung in Berlin vorgestellt wurde.

Der Studie zufolge waren die privaten Haushalte der zweitgrößte Ausgabenträger. Sie wendeten 32,4 Milliarden Euro auf und hatten einen Anteil von 13,5 Prozent an den gesamten Gesundheitsausgaben. An dritter Stelle folgte mit 22 Milliarden Euro (9,2 Prozent) die private Krankenversicherung. Die soziale Pflegeversicherung übernahm mit 17,9 Milliarden Euro rund 7,5  Prozent der Ausgaben.

Trotz des heute schon hohen Eigenanteils an den Gesundheitsausgaben ist die Mehrheit der  Bürger dafür, dass der Einzelne in allen Bereichen der sozialen Sicherung mehr Verantwortung als bisher übernehmen sollte. Darauf verwies Roland Habich, WZB-Experte und Mitherausgeber des Reports:  „Ein funktionierendes sozialstaatlich organisiertes System der sozialen Sicherung wird offensichtlich nicht als Gegensatz zu, sondern als Voraussetzung für mehr Eigenverantwortung verstanden.“

Nach dem Report, der Ergebnisse der amtlichen Statistik und der sozialwissenschaftlichen Forschung zusammenfasst, ist die Zufriedenheit mit der sozialen Sicherung mit Werten von 5  in Ostdeutschland und 5,5 in Westdeutschland auf der von 0 bis 10 reichenden Skala inzwischen auf das niedrigste Niveau der letzten 25 Jahre gefallen. Allerdings bringen immerhin zwei Drittel der Bevölkerung der Krankenversicherung derzeit großes oder etwas Vertrauen entgegen. Dieses Vertrauen bescheinigen jeweils nur ein Drittel der Bürger der Rentenversicherung und der Grundsicherung für Arbeitssuchende.

Der zum zwölften Mal erschienene Report fasst auch Daten zum Gesundheitszustand der Bevölkerung zusammen. So bezeichneten sich im Jahr 2005 insgesamt 13 Prozent der Bevölkerung, die Angaben zur Gesundheit machten, als krank oder unfallverletzt. Mit zunehmendem Alter ist ein Anstieg der gesundheitlichen Beschwerden zu beobachten. Während der Anteil der Kranken und Unfallverletzten bei Personen im Alter von 15 bis 39 Jahren im Jahr 2005 rund neun Prozent betrug, lag er bei den 40- bis 64-Jährigen bereits bei zwölf Prozent. Von den über 65-Jährigen bezeichnete sich fast jeder Vierte als krank oder unfallverletzt. Frauen waren etwas häufiger von gesundheitlichen Beeinträchtigungen betroffen als Männer.

Für das Berichtsjahr 2006 wurden rund 17 Millionen vollstationäre Krankenhausfälle in der Krankenhausdiagnosestatistik erfasst. Die häufigste Ursache für einen  Krankenhausaufenthalt waren 2006 (wie bereits im Vorjahr) Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems. Nahezu 2,6 Millionen Behandlungsfälle waren dieser Krankheitsgruppe zuzuordnen. Im Vergleich zu 1995 hat sich deren Zahl um fast drei Prozent erhöht. An zweiter Stelle folgten Krebserkrankungen mit mehr als 1,8 Millionen Fällen. Im Vergleich zu 1995 ist ihre Zahl 2006 um fast drei Prozent zurückgegangen. An dritter Stelle lagen Krankheiten des Verdauungssystems mit rund 1,7 Millionen Fällen.

Die allgemeine Sterblichkeit in Deutschland ist zwischen 1990 und 2006 kontinuierlich gesunken. Insgesamt sank die altersstandardisierte Sterbeziffer von 1.127 auf  777 Sterbefälle je 100.000 Einwohner. Das entsprach einem Rückgang um mehr als 31 Prozent. Dabei war die häufigste Todesursache 2006 bei Männern und Frauen die chronische ischämische Herzkrankheit. An ihr verstarben rund 78.000 Personen, davon 34.000 männliche und 44.000 weibliche Patienten. © SR/aerzteblatt.de

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