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Studie: Fernsehwerbung macht Kinder dick

Freitag, 21. November 2008

New York – Ein Verbot der Werbung für Fast-Food-Nahrungsmittel im  Kinderfernsehen könnte in den USA die Zahl übergewichtiger Kinder um 18 Prozent und die Zahl der übergewichtigen Teenager um 14 Prozent senken. Würde den Herstellern die Abzugsmöglichkeit als Werbungskosten bei der Steuerklärung gestrichen, würde dies die Zahl der übergewichtigen Kinder um fünf bis sieben Prozent senken. Dies rechnen Wirtschaftswissenschaftler im Journal of Law and Economics (2008; 51: 599-618) vor.

Nirgends sehen Kinder so viel fern und gibt es so viele übergewichtige Kinder und Jugendliche wie in den USA. Dass hier möglicherweise ein Zusammenhang besteht, liegt auf der Hand. Schuld ist aber nicht allein der Bewegungsmangel, der zwangsläufig mit dem Fernsehen verbunden ist, sondern auch die über dieses Medium vermittelten Botschaften.

Fast-Food-Ketten bewerben ausgiebig ihre Produkte, deren Erwerb regelmäßig mit kleinen Spielzeuggeschenken verbunden ist. Dieser Anreiz nervt nicht nur die Eltern, er führt offenbar auch dazu, dass viele Kinder zu viel der Glück verheißenden Nahrung zu sich nehmen.

Ökonomen haben die Daten zweier Umfragen zum Fernsehverhalten der Kinder aus den Jahren 1979 und 1997 mit dem Gewicht der Kinder in Verbindung gesetzt und die oben genannten Zahlen errechnet. Vor einem Jahr war das Institute of Medicine ebenfalls zu dem Schluss gekommen, dass die Fernsehwerbung für Nahrungsmittel für den Anstieg der Adipositas im Kindesalter mit verantwortlich ist. 

Der Anteil der übergewichtigen Kinder hat sich seit den 70er-Jahren in den USA verdreifacht. Dass die USA dem Beispiel der skandinavischen Länder folgen und wie Schweden, Norwegen und Finnland Werbung in Kinderprogrammen ganz verbieten, ist nicht zu erwarten.

Die Fast-Food-Hersteller haben bereits auf die Studie reagiert. Schließlich hätten sie sich freiwillig verpflichtet, nur noch für kindgerechte und gesunde Produkte zu werben, von denen man ganz gewiss nicht dick werde. © rme/aerzteblatt.de

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