Medizin

ADHS-Störung erschwert Verzicht auf Zigaretten

Dienstag, 25. November 2008

New York – Menschen mit der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) fällt es schwerer als anderen das Rauchen aufzugeben. In einer Studie in Nicotine and Tobacco Research (2008; 10: 1717-1725) versagte die Abstinenztherapie vor allem bei Patienten mit dominierender Hyperaktivität.

An einer ADHS leiden nicht nur Kinder. Auch bei vielen Erwachsenen lassen sich die beiden Kernsymptome Aufmerksamkeitsdefizit und Hyperaktivität/Impulsivität häufig nachweisen. Die Patienten sind im Jugendalter anfälliger als andere für Zigaretten, was Lirio Covey von der Columbia Universität in New York auf die konzentrationssteigernde Wirkung des Nikotins zurückführt. Für viele Patienten seien Zigaretten gewissermaßen eine Art der Selbstmedikation, die allerdings mit erheblichen Risiken und Nebenwirkungen verbunden ist. Dazu zählt auch das Abhängigkeitspotenzial, das nach der aktuellen Untersuchung Coveys bei Menschen mit ADHS größer ist als bei anderen Menschen.

Covey hat die Daten einer Studie mit 583 Rauchern analysiert, von denen 43 AHDS-Symptome aufwiesen. In der Studie waren die Raucher mit Bupropion und Nikotinpflaster behandelt worden. Die Patienten mit AHDS-Symptomen schafften es nur halb so häufig wie andere, abstinent zu werden.

Doch nicht alle AHDS-Patienten sind in diesem Punkt gleich schwer therapierbar. Die weitere Aufschlüsselung ergab, dass die Abstinenzchancen bei den Patienten, die nur eine Aufmerksamkeitsstörung auswiesen, nicht schlechter waren als bei den Rauchern ohne AHDS. Dagegen scheiterte die Antirauchertherapie regelmäßig bei Patienten mit Hyperaktivität/Impulsivität. Ihre Chancen auf eine Abstinenz waren um 60 Prozent geringer als bei den Patienten ohne AHDS. Die Gründe für das Versagen der Therapie bei hyperaktiven Erwachsenen mit AHDS sind nach Auskunft von Covey nicht bekannt. © rme/aerzteblatt.de

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