Ausland

Sterbehilfe bleibt in Frankreich verboten

Dienstag, 2. Dezember 2008

Paris – Frankreich bleibt beim Verbot der Sterbehilfe: Ein Parlamentsausschuss befand am Dienstag, dass Ärzte einem unheilbar Kranken auch weiterhin nicht beim Sterben helfen dürfen. Allerdings gebe es in Frankreich Defizite bei der lindernden Behandlung von Todkranken, der Palliativmedizin, erklärte der konservative Abgeordnete Jean Leonetti, der den Ausschuss geleitet hatte. „Man stirbt in Frankreich noch sehr schlecht.“ Regierungschef François Fillon griff den Vorschlag des Ausschusses auf, für die Betreuung todkranker Angehöriger bis zu zwei Wochen bezahlten Urlaub einzuführen.

Die Abgeordneten hatten in den vergangenen Monaten das drei Jahre alte Gesetz geprüft, in dem das Verbot der Sterbehilfe festgeschrieben ist. Grund dafür war der dramatische Fall einer todkranken Frau, die durch einen Gesichtstumor entstellt war und an starken Schmerzen litt; sie nahm sich im März das Leben, nachdem ein Gericht ihren Antrag auf Sterbehilfe abgelehnt hatte.

Im Vergleich zu Großbritannien etwa habe Frankreich „eine fast kulturelle Verspätung“ bei der Palliativmedizin, erklärte Leonetti. Der Abgeordnete und seine Kollegen schlugen vor, innerhalb von fünf Jahren in jedem Verwaltungsbezirk ein Palliativzentrum einzurichten und außerdem die medizinische Praxis bei der Behandlung von Todkranken besser zu beobachten.

Das Gesetz von 2005 legt fest, dass Ärzte keine aktive Sterbehilfe leisten dürfen. Allerdings dürfen sie einen unheilbar kranken Patienten „sterben lassen“, indem sie nutzlose oder künstlich lebensverlängernde Behandlungen einstellen, wenn der Kranke dies wünscht. Ebenso dürfen die Ärzte einem unheilbar Kranken schmerzstillende Medikamente geben, auch wenn er dadurch möglicherweise schneller stirbt. © afp/aerzteblatt.de

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