Politik

SPD mit Gruppenantrag für Heroin auf Rezept für Schwerstabhängige

Mittwoch, 3. Dezember 2008

Berlin – Die SPD unternimmt einen neuen Anlauf, gegen den Widerstand in der Union die Abgabe von Heroin an Schwerstabhängige dauerhaft zu ermöglichen. Die SPD-Gesundheitsexpertin Carola Reimann sagte der „Berliner Zeitung“ (Mittwochausgabe), mit Unterstützung von Fraktionschef Peter Struck würden seit Anfang der Woche im Parlament Unterschriften für einen entsprechenden Gruppenantrag gesammelt. Es gebe Signale von den Grünen, der FDP und der Linkspartei, den Antrag ebenfalls zu unterschreiben. „Wir bekommen eine Mehrheit zusammen“, zeigte sie sich sicher.

Nach Angaben des SPD-Abgeordneten Johannes Jung, der Mitinitiator ist, haben bisher 90 SPD-Parlamentarier unterzeichnet. Ein erster Anlauf von SPD-Abgeordneten für einen Gruppenantrag war vor einem Jahr von der Fraktionsführung noch gestoppt worden, weil Fraktionschef Struck die Union nicht verärgern wollte. Diese Rücksichtnahme wurde nun offenbar aufgegeben. Der vorliegende Antrag entspricht einer Gesetzesinitiative des Bundesrates, synthetisches Heroin (Diamorphin) nicht mehr als illegale Droge einzustufen, sondern als verschreibungspflichtiges Betäubungsmittel zuzulassen. Damit könnten Schwerstabhängige dauerhaft mit Diamorphin versorgt werden.

Modellversuche hatten Vorteile gegenüber der Methadonbehandlung gezeigt. Die Unionsfraktion, die anders als CDU-Kommunal- und Landespolitiker gegen die Diamorphin-Vergabe ist, könnte durch den Gruppenantrag überstimmt werden. © ddp/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Politik

Nachrichten zum Thema

21.07.16
New York – Ein subdermales Buprenorphin-Implantat, das in den USA seit Kurzem zur Substitutionsbehandlung von Opiatabhängigen zugelassen ist, hat in einer randomisierten Doppelblindstudie häufiger......
29.05.16
Silver Springs – Opiatabhängige dürfen in den USA künftig mit einem Depot-Präparat behandelt werden, das den Wirkstoff Buprenorphin über einen Zeitraum von sechs Monaten kontinuierlich freisetzt. Ein......
07.04.16
Vancouver – Das Schmerzmittel Hydromorphon, das in den meisten Ländern als Betäubungsmittel verordnet werden kann, hat in einer randomisierten Studie in JAMA Psychiatry (2016; doi:......
01.12.15
Drohender Versorgungs­engpass in der Substitutions­therapie
Stuttgart/Berlin – Baden-Württemberg wird in der nächsten Sitzung des Bundesrats einen Entschließungsantrag einbringen, in dem die Bundesregierung aufgefordert wird, die Vorgaben für die......
06.01.15
Initiativkreis sucht Ärzte für die Substitutions­therapie
München/Frankfurt/Berlin – Auf den zunehmenden Mangel an Ärzten, die opiatabhängige Patienten mit einer Substitutionstherapie versorgen, weist der Initiativkreis Substitutionstherapie hin. Eine......
29.01.14
Karlsruhe – Ein bayerischer Hausarzt muss eine Geldstrafe von 360 Tagessätzen in Höhe von je 110 Euro zahlen und darf für die Dauer von fünf Jahren keine substitutionsgestützte Behandlung......
18.09.13
Krankenkassen wollen Substitution Drogenabhängiger erleichtern
Stuttgart – Suchtkranke Menschen im Südwesten sollen leichter Drogenersatzmittel erhalten können. Nach einer Vereinbarung der gesetzlichen Krankenkassen wird künftig der sogenannte Sichtbezug – also......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige