Ausland

Luxemburgs katholische Kirche bekräftigt „Nein“ zu Sterbehilfe

Montag, 15. Dezember 2008

Luxemburg – Der luxemburgische Erzbischof Fernand Franck hat die Ablehnung der aktiven Sterbehilfe durch die katholische Kirche bekräftigt. Vor der erneuten Abstimmung im Parlament über das geplante Sterbehilfe-Gesetz appellierte er in einem am Freitag in Luxemburg veröffentlichten Aufruf an die Abgeordneten, die Neuregelung abzulehnen.

„Wenn es um den Schutz des menschlichen Lebens geht, dürfen wir uns keine Ausnahmen leisten“, so der Erzbischof. Das luxemburgische Parlament soll am Donnerstag erneut über das Euthanasie-Gesetz entscheiden. 

Franck warnte, durch die Schaffung eines einklagbaren Rechts auf Euthanasie würden die Rahmenbedingungen des Zusammenlebens der Menschen in Luxemburg grundlegend verändert. „Möglichkeiten wie das Töten auf Verlangen, die der vorliegende Gesetzesvorstoß vorsieht, werden rasch zur Normalität“, kritisierte der Erzbischof.

Er äußerte die Befürchtung, steigender gesellschaftlicher Druck könne dazu führen, dass Menschen gefragt würden, warum sie das Angebot der aktiven Sterbehilfe für sich nicht in Anspruch nehmen wollten.

Die Kirche dagegen sei der Auffassung, dass es Pflicht der Gesellschaft sei, „einem jeden menschlichen Leben Sinn abzugewinnen und sich aktiv für dieses Leben einzusetzen“. Diesem Ziel entspreche auch der Gesetzentwurf zum Ausbau der Palliativmedizin, der ebenfalls auf der Tagesordnung steht. Beide Gesetze seien gesellschaftspolitisch miteinander unvereinbar. 

Luxemburgs Parlament hatte in erster Lesung am Donnerstag die Verfassung geändert, um den Weg für das geplante neue Sterbehilfegesetz freizumachen. Zuvor hatte Großherzog Henri in bislang einmaliger Weise erklärt, er billige die geplante Neuregelung nicht. Bislang musste der Großherzog Gesetze „billigen und verkünden“, künftig soll er sie nur noch „verkünden“. © kna/aerzteblatt.de

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