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Stillen trotz Dioxin in der Muttermilch gesünder als Babynahrung

Montag, 22. Dezember 2008

dpa

Bethesda – Die geringe Belastung der Muttermilch mit Dioxinen gefährdet nach einer Studie in Breastfeeding Medicine (2008; 3: 251-259) nicht die Gesundheit der Kinder. Muttermilch sollte deshalb der Ersatznahrung vorgezogen werden. 

Im Jahr 1951 wurde erstmals Dioxin in der Muttermilch nachgewiesen, was nicht weiter verwunderlich ist, weil Dioxine und Furane sich im Fettgewebe anreichern und deshalb auch in der fett- und nährstoffreichen Muttermilch vorhanden sind. Dank der verbesserten Analytik lassen sich heute regelmäßig Spuren der (chemisch möglichen) 75 Dioxine und 135 Furane nachweisen.

Die Studien zeigen jedoch auch, dass deren Konzentration in der Muttermilch seit 1975 kontinuierlich gesunken ist. So lagen die Durchschnittswerte in einer Kohorte von 232 Müttern, deren Milch zwischen 2000 bis 2002 in Duisburg untersucht wurde, weniger als halb so hoch wie in einer Kohorte von 418 Frauen aus Rotterdam, deren Milch 1990 und 1992 untersucht wurde.

Die Kinder dieser beiden Gruppen werden – ebenso wie eine dritte Kohorte von 38 Frauen und Kindern aus Amsterdam aus den Jahren 1990/1991 – seither regelmäßig untersucht. In einigen Befunden der Kinder (zum Beispiel Thrombozyten, Schilddrüsenfunktion, Leberwerte) wurde zwar eine signifikante Assoziation zu den Dioxinkonzentrationen in der Muttermilch gefunden.

Eine klinische Relevanz sehen Donald Mattison vom US-National Institute of Child Health and Human Development in Bethesda/Maryland und Mitarbeiter der Publikation jedoch nicht.

Die Kontamination mit Dioxin sollte kein Anlass sein, auf das Stillen zu verzichten, schreibt das Autorenteam, zumal auch Kuhmilch und Wasser Dioxine enthalten können. In ihrer frühkindlichen Entwicklung waren die gestillten Kinder häufig weiter als die mit Babynahrung gefütterten Kinder. © rme/aerzteblatt.de

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