Medizin

Halluzinationen durch Koffein

Mittwoch, 14. Januar 2009

dpa

Durham – Studenten mit einem hohen Kaffee- oder Teekonsum berichteten in einer Studie in Personality and Individual Differences (2009; doi: 10.1016/j.paid.2008.10.032) dreimal häufiger über Halluzinationen. 

Halluzinationen sind nicht notwendigerweise Anzeichen einer Psychose. Auch Gesunde hören in extremen Situationen gelegentlich Stimmen oder sehen Dinge, die nicht vorhanden sind. Das Netzwerk Stimmenhören schätzt, dass etwa 3 bis 5 Prozent der Bevölkerung irgendwann im Leben einmal akustische Halluzinationen haben – optische Halluzinationen sind seltener.

Psychologen vermuten, dass eine vermehrte Freisetzung des Stresshormons Cortisol ihr Auftreten begünstigt. Koffein verstärkt die stressbedingte Ausschüttung von Cortisol, was möglicherweise die Ergebnisse der Studie von Simon Jones und Charles Fernyhough von der Durham Universität erklärt.

Per E-Mail hatten die Forscher 219 Studenten, bei denen keine psychiatrischen Diagnosen bekannt waren, nach ihrem Kaffee- und Teekonsum sowie nach halluzinatorischen Erlebnissen befragt. Dabei stellte sich heraus, dass die Höhe der Koffeinzufuhr eindeutig mit der Inzidenz von halluzinatorischen Erlebnissen korrelierte.

Starke Kaffee- oder Teetrinker gaben diese Erfahrungen dreimal häufiger an. Die Assoziation belegt allerdings keine kausale Beziehung, wie Fernyhough einräumt. Es sei denkbar, dass Studenten häufiger Kaffee oder Tee trinken, um Stress abzubauen.

Gelegentlich könnte ein hoher Kaffeekonsum auch der Versuch sein, die ungewöhnlichen halluzinatorischen Erfahrungen zu verarbeiten. © rme/aerzteblatt.de

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