Ausland

Europarat will Palliativmedizin fördern

Dienstag, 20. Januar 2009

Brüssel – Die Parlamentarische Versammlung des Europarates will Ende Januar einen Beschluss für mehr Palliativmedizin fassen. Hauptadressat der Entschließung sei Osteuropa, wo schmerzlindernde Therapien meist ein Luxusgut seien, sagte Berichterstatter Wolfgang Wodarg (SPD) am Dienstag in Brüssel. Palliativmedizin müsse für alle Europäer zugänglich sein. 

In Deutschland sei das Bewusstsein für schmerzlindernde Therapien zwar vorhanden; die Krankenkassen schreckten aber immer noch vor der Finanzierung der kostenintensiven Behandlungen zurück, sagte Wodarg. Der Europarat wird am 28. Januar über den Entwurf abstimmen. Nach Angaben des SPD-Politikers gibt es keine Änderungsanträge. 

In der geplanten Entschließung fehlt eine eindeutige Positionierung zur Sterbehilfe. Debatten zu dem Thema seien in der Parlamentarischen Versammlung des Europarats bislang immer ohne Ergebnis geblieben, erläuterte Wodarg.

Daher habe er den umstrittenen Punkt bei seinem Entwurf ausgespart. 2003 hatte der Europarat eine Aussprache um eine mögliche Legalisierung von Sterbehilfe wegen unterschiedlicher Ansichten der Mitgliedstaaten vertagt. 

Die nun anstehende Entschließung zur Palliativmedizin appelliert jedoch an die Staaten, sich dem Thema Sterbehilfe zu stellen. Der Rechtsstaat könne Fragen nach Leben und Sterben von Menschen nicht unbeantwortet lassen.

Ein „ethischer Pluralismus“ gewährleiste nicht die Freiheit der Bürger, sondern gebe „Beliebigkeit, Relativismus und praktischen Nihilismus in der Gesellschaft den Vorzug“, heißt es in dem Text. © kna/aerzteblatt.de

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