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Moraltheologe Schockenhoff gegen Handel mit Organen

Freitag, 23. Januar 2009

Hamburg – Der Freiburger Moraltheologe Eberhard Schockenhoff ist entschieden gegen einen Handel mit Organen. Dann wäre der Druck auf Menschen in materiellen Notlagen groß, sagte er am Donnerstagabend in Hamburg.

Eine Kommerzialisierung der Transplantationsmedizin führe dazu, dass diejenigen Organe erhielten, die am meisten zahlen könnten. „Dann regiert der Markt“, so der Wissenschaftler, der Mitglied des Nationalen Ethikrates ist, bei einem Podiumsgespräch. 

Generelle Kritik an der Transplantationsmedizin wies Schockenhoff zurück. Der Hirntod als Definition für den Tod eines Patienten sei „nicht beliebig, sondern anthropologisch, theologisch, medizinisch und juristisch begründet“.

Zu den Kriterien des Hirntods gehören der Ausfall jeder Hirnaktivität und der Spontanatmung. Die Medizinerin Sonja Tietz von der Deutschen Stiftung für Organtransplantation (DSO) sprach sich gegen eine Aufweichung der Hirntod-Kriterien aus, wie sie in einzelnen US-Staaten erfolge. Dort muss nur das Großhirn des Patienten ohne Funktion sein, um ihn für tot zu erklären. 

Schockenhoff und Tietz wandten sich gegen die Einführung der sogenannten Widerspruchslösung bei der Organspende. Anders als bei der geltenden Zustimmungslösung, die das Einverständnis des Organspenders voraussetzt, können bei der Widerspruchslösung Organe entnommen werden, wenn der Patient dies nicht ausdrücklich untersagt hat.

„Es ist in dieser Frage elementar wichtig, dass wir nicht über den Konsens mit dem Betroffenen und den Angehörigen hinweggehen“, erklärte die Ärztin. © kna/aerzteblatt.de

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