Ausland

Großbritannien: Schwangerschaftsabbrüche künftig auch in Hausarztpraxen

Mittwoch, 28. Januar 2009

London – In zahlreichen britischen Hausarztpraxen werden demnächst erstmals in der Geschichte des staatlichen Gesundheitsdienstes (National Health Service, NHS) Schwangerschaftsabbrüche angeboten. Das kündigte das Londoner Gesundheitsministerium an.  

Bislang muss eine abtreibungswillige Patientin in der Regel in ein NHS-Krankenhaus oder in eine private Klinik gehen, um ihre Schwangerschaft zu unterbrechen.

Patientenverbände und zahlreiche Pro-Abtreibungsorganisationen verlangen seit Jahren eine Reform des aus dem Jahre 1967 stammenden Gesetzes namens „Abortion Act“, wonach Abtreibungen lediglich in Krankenhäusern vorgenommen werden dürfen. Allerdings umfasst das Gesetz eine Klausel, wonach der Gesundheitsminister Ausnahmen von dieser Regel zulassen kann.

Kürzlich hatte das Londoner Gesundheitsministerium einer Primärarztpraxis in Wolverhampton die Erlaubnis erteilt, Abtreibungen bis zur neunten Schwangerschaftswoche vorzunehmen. Im nordenglischen Newcastle upon Tyne liegt ebenfalls ein entsprechender Antrag einer Hausarztpraxis vor.

In jedem Fall gilt: Abtreibungen in Hausarztpraxen dürfen lediglich medikamentös vorgenommen werden. Daran werde sich auch zukünftig nichts ändern, so ein Sprecher des Gesundheitsministeriums auf Anfrage in London.

Wie aus Meinungsumfragen hervor geht, wünschen sich Patientinnen einen verbesserten Zugang zu Schwangerschaftsabbruch. Innerhalb der Ärzteschaft gibt es nach Angaben des britischen Ärztebundes (British Medical Association, BMA) ebenfalls eine Mehrheit, die dafür ist, Hausarztpraxen in das Angebot von Schwangerschaftsabbruch mit einzubeziehen.

Laut British Pregnancy Advisory Service (BPAS) sei es „höchste Zeit für eine Reform“. Der BPAS betreibt bereits heute zahlreiche Einrichtungen im Königreich, wo Abtreibungen vorgenommen werden. Im vergangenen Jahr ließen rund 13.000 Patienten ihre Schwangerschaft vor der neunten Schwangerschaftswoche von einem BPAS-Arzt abbreichen. Gegner der Reform fürchten einen weiteren Anstieg der Abtreibungen. © KT/aerzteblatt.de

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