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Meta-Analyse: Akupunktur in der Schmerztherapie ohne Fundament

Mittwoch, 28. Januar 2009

Kopenhagen – In der letzten Woche hatten zwei Meta-Analysen der Cochrane-Collaboration der Akupunktur in der Kopfschmerztherapie eine gewisse Wirkung attestiert, die allerdings vielfach auch durch eine Scheinakupunktur erreicht werden kann. Eine weitere Meta-Analyse im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2009; 338: a3115) kommt zu ähnlichen Ergebnissen. Die Bewertung ist jedoch völlig anders.

Klaus Linde von der Technischen Universität München hatte der Akupunktur bei Kopfschmerztherapie einen therapeutischen Stellenwert zugestanden, auch wenn die Unterschiede zu einer Scheinakupunktur, bei der die Nadeln nicht an die von der traditionellen chinesischen Medizin vorgesehenen Orte eingestochen wurden, gering waren.

Bei Patienten mit häufigen Episoden eines chronischen Spannungskopfschmerzes könnte eine Akupunktur eine wertvolle nicht pharmakologische Therapie sein, hatte Linde geschrieben. Und bei der Prophylaxe von Migräneattacken sollte die Akupunktur als eine Therapieoption betrachtet werden für Patienten, die dieser Therapie aufgeschlossen gegenüber stehen.

Das Fazit der Gruppe um Asbjørn Hróbjartsson vom Nordic Cochrane Centre in Kopenhagen fällt ganz anders aus. Sie sehen durch ihre Analyse die Fundamente der Akupunktur infrage gestellt. Die Meta-Analyse fasste die Ergebnisse aus 13 Studien mit 3.025 Patienten zusammen, die an Gonarthrose, Migräne, Lumbalgie oder postoperativen Schmerz litten.

Wie Linde stieß auch Hróbjartsson auf eine gewisse analgetische Wirksamkeit der Akupunktur. Die Vorteile gegenüber einer Scheinakupunktur seien jedoch minimal, berichtet er. Sie betrugen im Durchschnitt gerade einmal 4 mm auf einer 100-mm-Analogskala. Erst ab 10 mm könne von einer minimalen oder geringen schmerzlindernden Wirkung gesprochen werden. 

Etwas größer war der Unterschied zwischen Scheinakupunktur und keiner Akupunktur. Hier waren die Ergebnisse zwischen den einzelnen Studien jedoch sehr unterschiedlich. In einigen Studien betrug die Differenz 24 mm, ein für die Patienten deutlich spürbarer Unterschied. In anderen Studien waren die Unterschiede indes minimal (5 mm) und klinisch nicht relevant.

Worauf diese große Heterogenität zurückzuführen ist, sei letztlich nicht klar, schreibt Hróbjartsson. Insgesamt könne die geringe analgetische Wirkung der Akupunktur nicht von einem Studienartefakt (“bias”) abgegrenzt werden, die sich aus einer inkompletten Verblindung der Studie ergeben. © rme/aerzteblatt.de

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