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Intensivmedizin: Insulintherapie verbessert Prognose von Kindern

Freitag, 30. Januar 2009

ddp

Löwen – Die strikte Kontrolle des Blutzuckers auf der Intensivstation hat in einer randomisierten klinischen Studie im Lancet (2009; doi: 10.1016/S0140-6736(09)60044-1) die Prognose von Säuglingen und Kleinkindern deutlich verbessert.

Viele Intensivpatienten haben eine Hyperglykämie, die mit einer erhöhten Morbidität und Mortalität verbunden ist. Die logische Konsequenz ist eine intensivierte Insulintherapie, die allerdings – trotz eines engen Monitorings auf der Intensivstation – mit dem Risiko von lebensgefährlichen Hypoglykämien behaftet ist.

Kürzlich musste eine Studie des Kompetenznetzwerk Sepsis (SEPNET) an erwachsenen Patienten abgebrochen werden, weil die intensive Insulintherapie die Sterblichkeit erhöhte (NEJM 2008; 358: 125-139). Einen günstigeren Ausgang nahm eine Studie aus Belgien, die an 700 Kindern, darunter 383 Säuglingen im Alter von unter einem Jahr durchgeführt wurde.

Bei einem Teil der Kinder wurde eine enge Blutzuckerkontrolle angestrebt. Dies führte zwar zu einem Anstieg der Hypoglykämierate (5 vs. 1 Prozent). Dennoch konnte die Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation von 6,1 auf 5,5 Tage verkürzt werden, und die Sterblichkeitsrate halbierte sich von 6 auf 3 Prozent.

Greet van den Berghe von der Kathologischen Universität in Löwen und Mitarbeiten sehen sich deshalb in ihrem Konzept bestärkt. Die Kommentatoren Mitchell Levy von der Brown University in Providence im US-Staat Rhode Island  und Andrew Rhodes vom National Health Service in London warnen jedoch davor, das Konzept unkritisch zu übernehmen.

Bislang sei unklar, warum einige Kliniken Erfolge mit der Insulintherapie erzielen andere jedoch nicht. Zunächst sollten großangelegte weiterführende Studien klären, bei welchen Patienten und unter welchen Umständen die Therapie sicher ist und wann sie den Patienten eher Schaden zufüge. © rme/aerzteblatt.de 

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